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Honigkastanien aus Kärnten

21:45 Uhr – Der Jahreswechsel war etwas holprig, da ich krank war und vor allem Bett und Sofa gehütet habe. Wenn damit die schlechten Tage für 2018 schon erledigt sind, will ich allerdings nicht klagen. Die Woche vor Weihnachten haben wir unser Geld den österreichischen Nachbarn in den Rachen geworfen und uns die Zeit in Wien und den Tiroler Bergen vertrieben. Grad schön war‘s. Beim zwölften Ekelbierwichteln habe ich vermutlich den Hauptpreis gezogen und ein zwar dunkles, aber sehr hopfiges, kühles und feines Bier gewonnen. Leider habe ich vergessen, wie es hieß.

Seit Montag bin ich jetzt auch wieder bei der Arbeit – höchste Zeit also für das allererste Feierabendbierchen des neuen Jahres. Ein Hirter 1270 soll es heute sein. Das steht schon ziemlich lange bei mir rum, im Sommer hatte ich schon einmal das Hanfbier aus gleichem Hause getestet und für sehr gut befunden. Verpackt ist dieses laut lila-gelbem Etikett ursprüngliche Bier in einer 0,33-Liter Einwegflasche mit neckischem Dreh-Kronkorken.

Im Glas ist es überraschend dunkel; „Kastanie“ würde ich diesen Farbton nennen. Schaum hat es quasi keinen, was auch an meinen mangelnden Einschenkfähigkeiten liegen mag. In der Nase ist es süßlich und stark malzig. Dieser wenig erfreuliche Geschmack ist beim ersten Probierschluck dann glücklicherweise nicht ganz so penetrant vorhanden. Dennoch: Trotz einer ganz leichten Herbe überwiegt dieser Malzgeschmack, der nicht so mein Ding ist. Ich habe dank einer Honignote fast das Gefühl, kaltes, verdünntes Met zu trinken.

Nach dem ersten Schrecken kann ich mich aber auf diese natürliche Kärntener Brauspezialität einlassen. Ein Gläschen davon kann man schon mal trinken. Vielleicht ist das 1270 mit seinen 4,9 Prozent genau der richtige Schlummertrunk.

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