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Robot-Mitzi

18:20 Uhr – Mein Kollege Hagen hat mir aus dem Urlaub ein von ihm selbst dort getestetes Bier aus Slowenien mitgebracht. Und zwar ein Session IPA von der Tektonik Brauerei. Es heißt Tektonikova Mitzi und ich habe absolut keine Ahnung, was das auf Deutsch heißen könnte. Auf dem violetten Etikett der Halbliterflasche ist jedenfalls ein recht menschenähnlicher Roboter zu sehen, der scheinbar riesengroß ist und vor einem felsigen, verschneiten Berg mit den Flammen aus seiner rechten Hand und seinen Augen Menschen und Kriegsgerät vernichtet. Davor hat er sich aber mit links noch eine Blondine mit sehr kurzem blauen Kleid und sehr hohen blauen Stiefeln geangelt.

Dunkelgold und total trüb füllt das osteuropäische Bier das Glas. Die fingerhohe Schaumkrone ist dunkelweiß, feinporig und extrem langlebig. In der Nase vermischen sich tropische Früchte wie Maracuja, Papaya und Orange mit hellen Beeren und Steinobst sowie auch würzigen Kräutern.

Der Antrunk ist weich und vom Mundgefühl her etwas leblos. Dafür legt das Mitzi für nur 4,5 Prozent Alkohol einen ganz erstaunlichen Körper an den Tag. Die Früchte sind alle gut zu schmecken, mit ein wenig Restsüße drängt aber das Steinobst mehr in den Vordergrund und die tropischen Früchte runden schön im Hintergrund ab.

Das Session IPA hat eine sehr angenehme Herbe, die absolut spürbar ist, aber – trotz der Leichte des Bieres – nicht aneckt. Nach und nach, vor allem im Abgang, entwickelt sich das Mitzi deutlich in Richtung Zitrus. Orange, leicht bittere Grapefruit – ein sehr schönes Finale.

Im Nachgeschmack nimmt die Hopfenherbe kurz zu, zum Ausklang zeigen sich neben der Orange auch wieder sanft Maracuja und Papaya. Der Geschmack bleibt wirklich lange auf der Zunge, ohne unangenehm zu werden. Trotzdem – irgendwann ist Zeit für den nächsten Schluck.

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