Bierivili

21:06 Uhr – Ein herrlicher Sommerfeierabend, nichts zu tun, was nicht auch morgen getan werden könnte: Also der ideale Moment, um sich mit einem kühlen Bierchen auf den Balkon zu pflanzen und die Seele baumeln lassen. „Wann, wenn nicht jetzt?“, dachte ich mir und habe mir das vorletzte Urlaubsmitbringsel meiner Eltern geschnappt: eine schöne, rot-weiße Dose Bier aus Georgien. Außer der Information, dass die Dose rot-weiß ist, ist es leider relativ schwierig, irgendwelche Informationen abzulesen. Das Allermeiste ist nämlich auf Georgisch bzw. eben in georgischer Schrift geschrieben. Und das sieht dann so aus: აბგდევზჱთიკლმნჲოპჟრსტჳუფქღყშჩცძწჭხჴჯჰჵჶჷჺჸჹ (ich hoffe, dass die Zeichen dargestellt werden können).

Ein paar Informationen sind dann aber glücklicherweise doch in lateinischen Buchstaben geschrieben:  „Beer Extra“, „Natakhtari“, „Strong Georgian Beer“, „Brewed with the finest malt and Natakhtari unique water“, 8% (das ist zu 50% Arabisch). Das wars dann aber auch. Also musste meine Zunge erst schmecken und dann urteilen.

Obwohl es herrlich hell in der Abendsonne geglänzt hat, hat es eine gewisse Schwere. Im ersten Moment schmeckt es extrem malzig-süß, was mir nicht besonders gefällt. Im Mund wird es schnell herb und trocknet Zunge und Gaumen innerhalb von Sekunden aus. Das ist für Bier sehr komisch, wie ich finde.

Letztendlich habe ich den halben Liter natürlich getrunken, wenn er sich auch nicht als ideales, leichtes Feierabendbierchen rausgestellt hat. Es wundert mich jetzt nicht mehr, dass Georgien doch eher für Stalin, Lenan Kobiashvili und Wein bekannt ist als für superleckeres Bier. Was man dem Tropfen allerdings lassen muss: Er steigt nach einer Dose ნატახტარე schon gehörig in den Kopf.

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