Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen

21:15 Uhr – Höchste Zeit für ein IPA. Ich hab mir eine der wertvollen Dosen geschnappt, die ich aus Texas mitgebracht habe. Eine leuchtgrüne aus dem Hause Rahr & Sons Brewing Company aus Fort Worth. Dadgum IPA heißt das Bier, was auf Deutsch wohl so viel wie „gottverdammt“ bedeutet. Das hört sich eher nach einer harten oder bitteren Angelegenheit an. Der Hinweis von 6,6 Prozent Alkohol auf der sehr textreichen Dose spricht dafür, der Verweis auf den Geschmack von frisch geschnittener Ananas und tropischen Früchten eher nicht. Noch ein Satz zum Design: Eine kleine Dose in giftigem Grün und metallischem Silber, das Logo der Brauerei ist überall als Wasserzeichen zu sehen. Außerdem unglaublich viel schwarzer Text in allen erdenklichen Schriftarten und –größen. Lediglich auf einer Seite, nennen wir sie Vorderseite, ist die Optik aufgeräumt: Ein schwarzes Wappen in Form eines Schildes, auf dem unter einer grünen Hopfendolde in großen weißen Lettern der Name der Brauerei und des Bieres prangt.

Ich habe vor Vorfreude gerade aus Versehen mit meinem Fuß unter dem Schreibtisch den Router ausgesteckt. Internet weg, Musik aus. Bier ist noch da. Da weiß man wieder, auf wen man sich verlassen kann.

Farblich ist das Dadgum IPA ein typisches IPA, goldfarben, schöner Schaum. Der fruchtig-hopfige Geruch ist eine Wucht, man muss nicht mal die Nase über das Glas halten. Der ganze Raum füllt sich sofort damit. So mag ich das. Ob es jetzt wirklich Ananas ist? Schwierig. Eine gewisse Säure ist da aber schon, das spricht für die Ananas oder auch für Beeren. Tropische Früchte? Vielleicht. Die Süße einer Papaya kann ich aber nicht riechen. Nun haben vor allem amerikanische IPAs eigentlich fast immer einen sehr guten Geruch, aber dann trennt sich die Spreu vom Weizen: Die guten erfüllen, was der Geruch verspricht. Die nicht so guten sind einfach nur brutal bitter. Mal schauen.

Nach meiner eben aufgestellten Skala ist dieser Texaner dann wohl eher ein nicht so gutes IPA. Die Herbe ist zwar erträglich, allerdings fällt es allen anderen Aromen schwer, sich dagegen durchzusetzen. Falls sie denn überhaupt vorhanden sind. Früchte? Fehlanzeige. Wenn man das Dadgum länger im Mund behält, kommt sogar ein unangenehmer alkoholischer Geschmack, der mir eher von Nachgeschmack eines sehr preiswerten Discount-Obstlers bekannt vorkommt. Leider also wieder ein IPA, das meine Erwartungen nicht voll erfüllen kann. Schade. Schaut euch aber auf jeden Fall die anderen Biersorten von Rahr & Sons an. Die Dosen sind wunderschön – und natürlich würde die Brauerei eine zweite Chance von mir kommen. Ist doch klar. Und wenn ihr dann schon auf der Seite seid, schaut auch gerne auch die ganzen Hipster an, die sich da tummeln. Wahnsinn!

 

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