Englische Mische

19:08 Uhr – Ich habe in meinem Leben noch nicht viele englische Biere getrunken, obwohl die ja eigentlich auch berühmt sind. Heute ist eines fällig. An diesem Bier fällt schon etwas Interessantes auf, bevor man die Flasche geöffnet hat: Es handelt sich um ein in England eher untypisches untergäriges Bier, das eine Mischung aus den Stilen „Hell“ und „Pils“ sein soll – was auch den Namen „Hells“ erklärt. Gebraut wird es von der Camden Town Brewery im gleichnamigen Stadtteil Londons. Dort, wo ich mir einst als Neuntklässler bei der Studienfahrt einen Che Guevara-Pin gekauft habe. Das rote Etikett ist aufs Wesentliche reduziert, dort steht in Weiß und Schwarz nur der Namen des Bieres, der Stil und klein der Name der Brauerei. Fertig.

Im Glas sieht es tatsächlich wie ein Pils aus, recht hell, sehr klar, etwas dünn und mit kleiner aber feiner Schaumkrone.  Es riecht auch wie ein klassisches Pils, etwas nach Hopfen, etwas nach Getreide und ziemlich frisch. Geschmacklich ist es zunächst doch relativ dünn, dann macht sich im Mund eine recht angenehme Herbe breit. Man könnte einen Hauch von Zitronenschalen hineininterpretieren, das Camden Hells als fruchtig zu bezeichnen, wäre aber stark übertrieben. In Nachklang spürt man am Gaumen ganz klar eine trockene Bitterkeit. Kein schlechtes Bier, für mich aber deutlich mehr ein Pils als ein Helles. Und wer Pils trinken will, muss deswegen nicht bis nach England schauen.

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