Jede Flasche eine Scheibe

19:33 Uhr – Auf die Idee mit dem Brotbier wurde ich schon letzten Sommer gebracht: Wenn man altes Brot in die Maische mischt, kann man Malz sparen und rettet das Brot vor der Verschwendung. Aus altem Brot mach frisches Bier – das hat mit einem fruchtigen Weizen ganz gut geklappt.

Vor mir steht nun eine etwas professionellere Variante dieser Brauspezialität, die mir Gabriel in Österreich besorgt hat: Das Brotbier aus dem Brauhaus Gusswerk in Hof bei Salzburg. Ein biologisches Bier, in dem Bio-Brot aus der Interspar-Backstube endverwertet wird. Nun dann. Das Etikett ist einfach und rustikal gehalten, es sieht sehr nach Handwerk und auch ein bisschen nach Öko aus. Im Bier sind durch das Brot auch Soja und Sesam, das könnte spannend sein.

Die glänzende Bernsteinfarbe des Brotbieres ist sehr hübsch anzusehen. Trotz einer leichten Hefetrübung wirkt das Bier noch leicht klar. Der feine, weiße Schaum liegt in genau der richtigen Menge und Ausdauer auf dem Getränk. In der Nase kommt nicht besonders viel an, ein Düftchen nach Bier maximal.

Das Brotbier schmeckt gut, es ist sehr vollmundig und sehr würzig. Nach was es eher nicht schmeckt, ist Brot. Dafür hat es süßliche Aromen von Banane und Steinobst, im Abgang eine fast schon pfeffrige Note. Erst spät kommen mildherbe Hopfenklänge mit dazu. Das ist gut, denn sonst würde die schwere Süße auf Dauer zu viel werden. So bleibt es dank seiner Milde doch sehr süffig, man kann am Abend sicherlich ein paar Fläschchen des 5,5 Prozent starken Recyclingprodukts wegmachen. Wieviel Bier jetzt umgerechnet wieviel Brot sind, lässt sich hier sogar leicht errechnen: In einem Liter Bier stecken 165 Gramm Brot. Das sind so ungefähr drei dicke Scheiben. Oder eben eine Scheibe in der Drittelliterflasche. Wer einen ganzen Laib retten will, sollte also ziemlich trinkfest sein.

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