Rötliches vom Colorado River

21:09 Uhr – Jetzt bin ich schon wieder drei Wochen aus Mexiko zurück, und eigentlich hatte ich auch vor, an dieser Stelle ein paar Reiseberichte zu schreiben. Aber der Alltag holt einen dann doch brutal schnell wieder ein. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Wochen aber ja doch noch. Was auf jeden Fall schon klappt, ist das Verköstigen von mexikanischem Bier. Ich habe nicht viel mitgebracht, aber doch ein paar Fläschchen und Dosen. Zu allen diesen Bieren gibt es dann auch eine persönliche Geschichte – außer zum Border Amber Ale von Cucapá. Das habe ich nur am letzten Abend gekauft, weil noch Platz im Koffer war. Es ist aber immerhin ein mexikanisches Bier einer Mikro-Brauerei aus Baja California. Das hört sich ja auch nach Sonne und glücklichen Stunden an. Benannt ist die Brauerei übrigens nach den Cucapá, einem der fünf indigenen Völker, die dort im Norden Mexikos an der heutigen US-Grenze beheimatet waren.

Das Border Amber Ale ist in einer braunen Drittelliterflasche zuhause, die mit einem kupferfarbenen Kronkorken verschlossen und einem weißen Etikett beklebt ist. Diagonal über das Etikett läuft von links unten nach rechts oben ein breiter, orangefarbener Balken. Vor dem Balken sind petrolfarben die Silhouetten mehrerer Menschen in der Rückenansicht zu sehen, die sich die Arme über die Schulten und um die Hüften legen. Vielleicht handelt es sich um einem traditionellen Tanz, vielleicht läuft auch eine betrunkene Gruppe nach zu vielen Amber Ales zufrieden nach Hause.

Im Glas zeigt sich ein absolut schönes, dunkel kupferfarbenes, mattes Bier, das leider nur sehr wenig Schaum entwickelt und optisch etwas an Spritzigkeit vermissen lässt. Es steigen mal zumindest kaum Bläschen. Es riecht süß nach Honig und Süßholz, teigigem Malz und ganz leicht nach Tabak. Das 4,5 Prozent starke Cucapá schmeckt malzig-mild, sehr ausgeglichen und leicht. Ich meine da etwas blumiges erkennen zu können, irgendwie erinnert es mich an Rosen (ich habe noch nie eine Rose gegessen). Von Herbe oder Hopfen keine Spur, aber das ist in dem Fall gar nicht schlimm. Minimale Röstaromen und ein Hauch von Rauch sorgen dafür, dass es trotz seiner fehlenden Spritzigkeit nicht zu schnell langweilig wird.

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