Rotzwergchen

18:53 Uhr – Ein belgischer Klassiker steht heute auf der Getränkekarte: Ein Chouffe, ein Bier aus der Brasserie d´Achouffe aus der Wallonie. Das ist das Bier mit den putzigen Zwergen auf dem Etikett. Eine kurze Recherche über die Brauerei lässt mich lernen, dass es sich um ein recht junges Unternehmen handelt: Gegründet wurde die Brauerei erst 1982. Scheinbar ist die Brauerei noch in Privatbesitz, umso besser. Der Zwerg als Markenlogo geht übrigens auf Legenden über Wichtel in der Region zurück.

Das Chouffe das vor mir steht ist die Kirsch-Version, das Cherry Chouffee. Die kleine, bauchige Flasche ist mit dem typischen Zwergen-Etikett verziert: Dort ernten ein männlicher Zwerg mit weißem Spitzbart und ein weiblicher Zwerg mit weißen Zöpfen Kirschen, die nahezu halb so groß sind wie die Zwerge selbst. In den Rucksack passt genau eine Kirsche. Hinter der grünen Wiese sind vereinzelte Kirschbäume und ein feuerwehrroter Himmel zu sehen. Natürlich tragen die Zwerge auch rote Mützen, das ist ja klar. Ein sehr liebevoll gemaltes Bild, das einen direkt in eine Märchenwelt versetzt.

Auf der Zutatenliste steht ziemlich viel Zeug, das in Bier nicht unbedingt etwas verloren hat. Aufzählen will ich nur das wichtigste: 12 Prozent Sauerkirschen. Mit 8 Prozent Alkohol verbirgt sich hinter den süßen Zwergen ein allemal wuchtiges Starkbier.

Im Glas zeigt sich das Kirschbier keineswegs so knallrot, wie ich es erwartet hätte. Es hat eher eine kastanienbraune Farbe mit deutlichem Rotstich. Der Schaum ist hellbraun und sehr fein. In der Nase gelangt deutlich die volle Kirschladung an. Süß und eben so, wie Kirsche riecht. Fast sogar ein bisschen mehr als der Geruch von Kirsche. Mehr der Geruch von Kirschsaft, Kirschlikör oder Cherry Coke.

Auch der Geschmack ist sehr deutlich von Kirschen geprägt. Immer noch süß und etwas klebrig, aber nicht mehr so zuckrig wie noch der Geruch. Vom Mundgefühl meint man wirklich ein leicht öliges Likörchen zu trinken. Begleitet wird die rote Frucht von Sherryaromen und Aromen, die an ein hölzernes Weinfass erinnern. Neben den Kirschen könnten auch Weintrauben oder getrocknete Pflaumen mit im Spiel sein. Im Abgang betont eine fruchtige Säure nochmal die Süße der Kirschen. Anschließend kitzelt die Säure angenehm am Gaumen.

Mit der sehr üppigen Kohlensäure und der sommerliche-frischen Fruchtigkeit ist das Getränk trotz seines hohen Alkoholgehalts recht süffig. Mir ist es allerdings zu süß und zu penetrant. Meiner Meinung nach gibt es bessere belgische Fruchtbiere, die weniger nach gezuckertem Saft schmecken.

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