Schaumfreier Weizen

21:14 Uhr – Das Etikett ist schnell erklärt, denn es ähnelt den anderen aus dem Hause Lemke Berlin sehr. Ährenpressende Faust, schönes aus den Buchstaben B und L zusammengesetztes Logo. Die neben Schwarz und Weiß dominante Farbe ist beim Weizen Blau.

Das Lemke-Bierglas kann man mit gutem Gewissen auch als kleines Weizenglas verwenden. Farblich sieht das Weizenbier aus Berlin auch so aus, wie seine Kollegen aus dem Süden: Dunkelgold bis hell bernsteinfarben mit ordentlicher Hefetrübung. Was mir allerdings fast die Tränen in die Augen treibt, ist der Schaum. Schon direkt beim Einschenken hat sich kaum Schaum entwickelt, nach wenigen Sekunden ist die Oberfläche fast ganz schaumfrei. Das geht für ein Weizen leider gar nicht.

Der Geruch erinnert dann doch wieder an altbekanntes Hefeweizen, der typische Weizen-Duft mit leichter Bananennote schwingt mit. Daneben aber auch etwas Säuerliches, ausgetrocknetes Leder oder Karton. Der Antrunk des 5,5 Prozent starken Getränks ist weich aber wenig perlend. Der erste Geschmack, der mir in den Sinn kommt, ist der von eingelegten Birnen. Dafür dürfte, wie für die Banane, die Hefe verantwortlich sein. Das kommt zwar überraschend, schmeckt aber ganz gut.

Die süße Malznote erinnert an Toast oder Biskuit, dazu kommt eine feine Nelkennote und ein würziger Hauch, der pfeffrig sein könnte, aber auch etwas von Muskatnuss hat. Letzteres verstärkt sich in einem kernigen Abgang. Der Nachgeschmack ist eine süß-würzige Mischung, die den Speichel im Mund zusammenlaufen lässt.

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