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Verwirrtes Weizen

20:18 Uhr – Für den kleinen Weizendurst am Abend passt mir der Viertelliter Colomba Biére Blanche de Corse heute sehr gut rein. Auch wenn die Menge dem deutschen Weißbierfreund sicher nur schwerlich zu vermitteln wäre. Das silberne Etikett schimmert so, dass man eine Struktur zu erkennen meint. Darauf zu sehen ist – mit Akzenten in ebenfalls reflektierendem Blau – eine seitlich über die Schulter schauende Frau, die bis über den Kopf in ein großes Tuch gehüllt ist. In der Hand hält sie eine blaue, spitze Pflanze. Die Brauerei ist übrigens die Brasserie Pietra aus Korsika.

In Ermangelung eines Weizenglases in der passenden Größe trinke ich aus einem alten Pilsglas. Optisch passt das Bier da eigentlich auch ganz gut rein. Es ist strohgelb, feinprickelnd, fast klar und von einer schönen, extrem feinen, schnittfest erscheinenden Schaumschicht bedeckt.

Beim Geruch wird dann aber schnell klar, dass es ein Weizenbier ist und kein Pilsner. Eine leichte Hefenote, die in Richtung von unreifen Aprikosen geht, ist am auffälligsten.

Im Antrunk kommst das korsische Bier dann trotz genau 5 Prozent Alkohol doch etwas dünn daher, vor allem für ein ungefiltertes Weizen. Das sortentypische Aroma von hellem Weizenmalz lässt sich schon erkennen, ist ist allerdings etwas stumpf. Dazu kommt eine leichte, aber unangenehme Bittere, die aufgrund des leichten Körpers besonders ins Gewicht fällt.

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