Schulbuchmäßiges Helles

18:22 Uhr – Nach einem doch eher nervigen Home-Office-Tag mit langer Konferenz und technischen Problemen schreit das Wetter geradezu nach einem bayerischen Hellen auf dem Balkon im ersten Schatten der Hopfenpflanzen. Gut, dass ich da zufällig gerade was im Kühlschrank habe: Das Helle von Tilmans Biere aus München. Das ist eine Brauerei, die ich irgendwie mag, ohne sie wirklich zu kennen. Ich habe mal das Pale Ale probiert – und das fand ich noch nicht mal gut. Trotzdem. Irgendwie zieht mich Tilmans Biere an. Übrigens auch das dazugehörige Bierlokal „Frisches Bier“, vor dem ich schon mal länger stand, das aber leider so voll war, dass ich nicht so einem feinen Bier gekommen bin. Dafür jetzt.

Auch das Helle hat ein sehr kunstvolles Etikett, gestaltet von Robert Miller. Es zeigt, so glaube ich, einen brüllenden Wolf vor der Sonne oder dem Vollmond. Wenn ich es mir richtig überlege, könnte das Tier auch ein Löwe sein und eine Mähne haben. Auf jeden Fall brüllt es mit sichelmondartigem Maul und flatternder Zunge. Es hat sehr spitze Krallen und vor ihm stehen zwei einzelnen Pflanzenblätter. Vielleicht junge Gerste.

Im Glas überrascht es mit einem für seine Gattung doch schon recht dunkeln Gold, mit einer Klarheit und dem weißen Schaum sieht es aber genau so aus, wie ein Helles aussehen soll. Der Geruch ist ganz klar der leicht malzige eines Lagerbieres, untermalt mit leicht floralen bis fruchtigen Tönen.

Der Antrunk ist dann auch wirklich etwas blumig und sehr sanft. Im Mund gefällt das Helle mit einem leicht trockenen Getreidearoma, ohne dabei in eine Malzsüße zu verfallen. Mit einer würzigen Vollmundigkeit kommt das hier schon sehr nahe an das perfekte Helle ran. Ohne übertrieben viel Schnörkeleien, ein süffiges, gutes Bier, dass man einfach so trinken kann, oder auch mit gespitzten Geschmacksknospen auf Aromenentdeckungstour gehen kann. Gefällt mir gut, das nehme ich auf jeden Fall in die Riege meiner Lieblings-Hellen auf. Bei einem Flaschenpreis von deutlich über 2 Euro wird es aber vielleicht nicht unbedingt mein Hausbier, sondern doch eher was für die besonderen Gäste und Anlässe.

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