KamakawiwoʻPIA

18:27 Uhr – Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder den Namen des Bieres vor lauter Großbuchstaben nicht. Aber ich habe das Rätsel gelöst: PIA heißt dieses doppelt kaltgehopfte Pale Ale von Yankee & Kraut aus Ingolstadt. Haha, ein Anagramm auf IPA, mag mancher denken (inklusive mir). Aber Pia ist wohl das Hawaiianische Wort für Bier. Womit auch schon geklärt wäre, wo es geschmacklich hingehen soll.

Die schwarze 0,44 Liter Dose ist mit einem metallisch glänzenden, kupferroten Etikett beklebt. Drauf sind eben sehr groß die Buchstaben P, I und A zu sehen, jeder in einer anderen Bemalung. Hinter den Buchstaben geht eine goldene Sonne auf (oder unter), vor den Buchstaben passiert allerlei: Ein junger Mann in kurzen Hosen und mit Sonnenbrille schläft unter dem P, eine junge Dame mit kurzem Bastrock und Blume im schwarzen Haar schaut vor dem I in ihr Handy, und vor dem A robbt eine Meeresschildkröte der rettenden Brandung entgegen. Richtig gutes Design!

Markant ist erstmal der sehr üppige Schaumanteil, der dadurch noch größer wird, dass die weiße Schicht extrem fluffig und luftig ist und große Blasen wirft. Darunter schmiegt sich ein trübes, dunkelstrohgelbes Bier ins Glas. Und wenn so Hawaii riecht, dann muss ich da jetzt hin. Sofort. Herrliche tropische Früchte, Ananas, Maracuja, Mango und andere reife Südfrüchte. Dazu eine unscheinbare, aber angenehme Butternote.

Inzwischen hat sich der Schaum komplett zurückgezogen. Zeit für den ersten Schluck. Höchste Zeit. Vollmundig und mit leichter Herbe begrüßen die tropischen Früchte die Zunge. Jetzt tritt für mich die Mango etwas in den Vordergrund, begleitet von Orange, ganz leicht säuerlicher Ananas und Stachelbeeren. Da leisten die Hopfensorten Citra Cryo und Vic Secret gute Arbeit.

Die schlanken 5,3 Prozent Alkohol machen diese Fruchtbombe zusammen mit der leichten Herbe zu einem perfekten Sommerbier. Aber auch in der Hitze des Kachelofens im Dezember schmeckt es bombastisch gut.

Im Abgang mischen sich zu Limettenaromen auch ein paar trockene Kräuter. Kurz legt sich ein herber Film in den Mund – aber die Lust nach dem nächsten Schluck ist unermesslich. Dieses Bier an einem schönen Strand, dazu frisch gegrillte und kräftig gewürzte Meeresfrüchte, Israel Kamakawiwoʻole spielt uns was auf seine Ukulele vor – und da hinten rutscht eine große Schildkröte zurück ins Meer.

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