Da haben wir den Salat

16:26 Uhr – Vor ein paar Jahren war ich im Hochsommer in Lübeck und habe dort auch Maximilian Anders und seine Brauerei Anders Ale besucht. Als ich dieses Jahr im Frühsommer ein Tasting zum Thema Sommerbier geplant habe, habe ich mich wieder an das erfrischende Gurkenbier erinnert, dass ich an jenem heißen Augusttag im hohen Norden getrunken habe. Ein exotisches Bier mit einer persönlichen Geschichte von mir? Perfekt. Also habe ich ein paar Kartons des Crazy [ˈkjuːˌkʌmbə(ɹ)] Ales gekauft und einen beachtlichen Teil im Laufe des Sommers auch unter die Leute gebracht. Eine Flasche habe ich mir aber natürlich für eine Verkostung an dieser Stelle aufgehoben.

Sie ist blass grün etikettiert, die Gurkenscheibe, die zwei kleine Gurkenscheiben als Augen und außerdem aufgemalte Augenbrauen und einen aufgemalten Mund hat, verrät schnell, um was es hier geht. Eingerahmt ist sie von einem floralen Muster, das alle Biere der Brauerei ziert. Das obergärige, blonde Bier wurde mit Salatgurkenextrakt verfeinert.

Das Bier strahlt in der Sonne goldgelb und erscheint klar. Allerdings zeigen große Partikel, die durch die Flüssigkeit schweben und die sich auch am Boden des Glases absetzen, dass das Bier nicht filtriert ist. Eine kompakte, dicht wirkende Schaumschicht in Weiß rundet den Anblick ab.

Mit dem Wissen, dass es sich um Gurkenbier handelt, ist der Geruch schnell erkannt: Gurke, Gurke, Gurke und ein bisschen Essiggurke. Die Erfahrung in der Blindverkostung zeigt aber, dass man den Duft erstmal zuordnen können muss.

Im Antrunk überrascht es fast, wie wenig Gurke zunächst zu schmecken ist. Das 5,5 Prozent starke Bier ist vollmundig, ausgewogen und mit einer schönen Hopfenwürze gesegnet, die zu einer angenehmen Herbe führt. Gar keine Gemüsebrühe.

Erst mit der Zeit fallen die grünen, rohkostartigen Töne wieder auf. Und dann ist natürlich auch die Gurke wieder da. Eine schöne, knackige, frische und aromatische Salatgurke. Mir schmeckt das wirklich ziemlich gut. Auch der Abgang bleibt gemüsig, dazu kommt nochmal ein Schwung Hopfenherbe. Der Nachklang ist trocken, wirklich als ob man einen Teller Rohkost verputzt hätte.

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