Der Schein trübt.

16:17 Uhr – Ende November wollen wir mal wieder zu unseren lieben Nachbarn nach Österreich schweifen, genauer gesagt zur Stieglbrauerei zu Salzburg. Die machen einige ganz interessante Dinge, unter anderem das Paracelsus Bio-Zwickl mit Laufener Landweizen, einem Urgetreide. Interessant ist an sich ja schon die Verwendung von Weizen in untergärigem Bier. In Deutschland wäre das dank Reinheitsgebot nicht so einfach möglich.

Das Etikett in Recycling-Papier-Look mit roten und schwarzen Elementen gefällt mir ganz gut, das leuchtrote Logo der Brauerei knallt natürlich raus. Und verdeckt zum Teil das Wasserzeichen des Herrn Paracelsus. Warum der Schweizer Arzt aus dem 16. Jahrhundert diesem Bier seinen Namen gibt, erschließt sich mir nicht ganz. Immerhin ist er in Salzburg gestorben.

Das Zwicklbier ist ordentlich getrübt und völlig blickdicht, die Farbe liegt bei einem matten Bernstein. Bedeckt wird es von einer üppigen, weißen Schaumschickh, die man schon fast als kleines Gebirge bezeichnen könnte. Der Geruch versprüht die Würzigkeit von Heu und getrockneten Blumen, auch eine sanfte Getreidesüße steigt in die Nase.

Der erste Schluck ist überraschend herb und kantig, eine säuerliche Bitterkeit setzt sich im Mund fast. Die 5,2 Prozent Alkohol schmeckt man mehr heraus, als das bei einem Bier dieser Stärke normalerweise möglich ist. Auch die träge Schwere passt leider so gar nicht zur Optik dies hübschen Zwickls. Moosige Aromen werden nach und nach mehr und mehr zu Noten von in Alkohol eingelegten, dunklen Früchten. Es überwiegt aber diese leicht unangenehme Bitterkeit, die auch im Abgang am Gaumen kratzt.

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