Dunkel, Klier

18:42 Uhr – Kürzlich war ich im Allgäu unterwegs und habe dort in Ettensberg bei Blaichach endlich mal bei Klier Bier reingeschaut. Die kleine Brauerei kenne ich eigentlich schon seit Jahren, aber ich war noch nie dort und habe noch nie eines der Biere getrunken. Seit 1997 betreibt Markus Klier die kleine Biermanufaktur, zunächst als Hobbybrauer, inzwischen wohl seit Jahren im Haupterwerb.

Diesen Markus Klier habe ich dann auch getroffen, als ich das etwas versteckte Wohnhaus gefunden habe, in dem sich der Bierverkauf befindet. Er hat sich sehr über den Besuch gefreut und mir ausführlich über seine verschiedenen vorrätigen Sorten berichtet. Natürlich habe ich alle als Kostprobe mitgenommen.

Auch das Weizen dunkel naturtrüb, das, wie alle Klier-Biere, in einer etwas altmodisch anmutenden Halbliter-Bügelflasche daherkommt. Beklebt ist es lediglich mit einem dunkelvioletten Halsetikett, auf dem auf Design größtenteils verzichtet wird. Der Braumeister hat mir noch mit auf den Weg gegeben, dass man den dunklen Weizen auch problemlos aus der Flasche trinken könne.

Ich habe mich dennoch für den Genuss aus einem Weizenglas entschieden. In dem liegt das Bier in einem matten Dunkelbraun, die Sonne zaubert einen kastanienbraunen Schimmer hinzu. Die dunkelweiße Schaumschicht bedeckt den Weizen genau so, wie sie es soll. Klar, das Bier ist dunkel, besonders viel Trübe kann ich aber nicht erkennen – obwohl ich versucht habe, den Hefesatz mit ins Glas zu bekommen.

Das Getränk duftet intensiv und süß nach klassischem Weizen, gepaart mit angedeuteten, schwachen Röstaromen. Diese werden im Mund deutlich prägnanter und drängen den typischen Weizengeschmack in eine Nebenrolle. Hinten raus wird dieser leichte Holzkohlegeschmack von doch recht markanten Bittertönen begleitet.

Ich finde es schön, dass die vorhandene Süße eines Weizenbieres hier nicht noch durch die süßen Malztöne mancher dunkler Biere verstärkt wird, sondern durch die rauchige Röstnote und die finale Herbe ganz andere Aspekte mit im Glas sind. Schmeckt handgemacht und schmeckt sehr gut. Und ist immer noch ganz schön süffig.

Einen Alkoholgehalt sucht man auf der Flasche übrigens vergebens, ich vermute aber, dass wir deutlich jenseits der 5 Prozent liegen dürften. Die Nährwerte sind dagegen genaustens aufgeschlüsselt: 49 Kilokalorien je 100 Milliliter.

PS: Fruchtfliegen lieben dieses Bier auch 🙁

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