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Hartes Weiches

21:14 Uhr – Die Bronx gilt ja jetzt nicht unbedingt als der sicherste Stadtteil New Yorks. Vielleicht ist das Now Youse can’t leave der Bronx Brewery mit 10,1 Prozent Alkohol deshalb etwas stärker geworden. Das Design der Dose hat der Graffitikünstler Joey Serve Vega gestaltet. Es zeigt zwei blauhaarige, vollbusige Barkeeperinnen in engen grünen, bauchfreien Tops und enganliegenden Bluejeans, die Bier in blauen Krügen in eine scheinbar leere Bar hinein ausschenken.

Das Double IPA ist wunderschön. Goldfarben, fast Gelb, und etwas getrübt legt es sich ins Glas. Dabei erscheint es optisch fast etwas dünn und leicht. Das Sahnehäubchen ist die extrem feine und cremige, strahlend weiße Schaumkrone.

Heraus strömt ein fruchtig-herber Hopfenduft nach Grapefruit, Orange, Ananas und etwas Kiefernnadeln. Der erste Schluck ist sehr herb, gleichzeitig aber cremig weich und breit süß. Diese Süße verleiht dem IPA einen massiven Körper, der den Alkohol gut verpackt und auch die enorme Herbe gut einbettet.

Aromatisch gibt eine bittere und doch fruchtige Grapefruit den Ton an, unterstützt von anderen Zitrusfrüchten. Weil alles auch leicht parfümiert wirkt, erinnert mich der Geschmack auch an undefinierte Blumen. Tatsächlich passiert bei diesem Bier aus New York City etwas ungewöhnliches: Während sich der Gaumen normalerweise mit der Zeit an die Bitterstoffe gewöhnt und dann die anderen Aromen in der Vordergrund treten, wird die Herbe hier immer intensiver und einnehmender.

Das IPA ist so vollmundig und dick, dass man es beinahe kauen möchte. Der Abgang ist extrem herb. Obwohl der Geschmack nicht unangenehm ist, zieht sich doch einiges im Mund- und Rachenbereich zusammen. Entsprechend ist auch der Nachgeschmack von einer langanhaltenden, intensiven Bitterkeit geprägt, die sogar ins aggressive Säuerliche geht.

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