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Im Gasthaus

17:30 Uhr – In der kleinen Brauerei im Hotel Hirsch in Ottobeuren im Unterallgäu wird unter anderem ein Märzen gebraut. Vor einiger Zeit habe ich ein paar Flaschen dort abgeholt, jetzt im März muss das letzte Märzen dran glauben. Das grüne Etikett mit der golden glänzenden Silhouette eines Hirschen, der goldenen verschnörkelten Schrift und der Basilika war für mich allerdings kein Kaufanreiz.

Bernsteinfarben und leicht trüb fließt das Allgäuer Bier ins Glas. Die dunkelweiße, sehr cremige Schaumschicht wird recht schnell weniger. Ein schwerer, träger Geruch von nassem, hellem Getreide steigt nach oben. Dazu ein bisschen Heu und eine Spur von dunklem Steinobst.

Der Antrunk ist schön weich und auch vollmundig. Mit seinen 5,7 Prozent Alkohol hat das Märzen ja auch durchaus etwas zu bieten. Mit dem vollen, süßlichen Malzkörper, dezenten Fruchtaromen und einer angenehmen Herbe ist das so ein richtig klassisches Bier aus einer Gasthausbrauerei: Süffig, lecker – und auch gehaltvoll.

Leider verliert das Bier doch arg schnell die Spritzigkeit. Die zweite Hälfte des Glases läuft darum nicht mehr so gut. Der Abgang bringt eine leichte Bittere mit sich, die mich an Apfel erinnert. Im Nachgeschmack verbleibt ein leicht herber Hefefilm im Mund, der einem das Gefühl gibt, dass dieses Bier auch satt machen könnte.

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