Wonnemonat Mai

19:47 Uhr – Im Frühjahr habe ich bei Klier Bier in Ettensberg einige Flaschen Maibock erstanden. Jetzt steht die (leider) letzte davon vor mir und wartet darauf, dass ihr Inhalt noch beschrieben wird. Zunächst aber zu den Äußerlichkeiten: Auch diese Flasche von Markus Klier ist eine braune Bügelflasche, die lediglich am Hals mit einem kleinen Etikett beklebt ist. Beim Maibock ist dieses grün.

Maiböcke, oder auch helle Böcke, sind in der Regel eine saisonale Starkbierspezialität, die das Ende des Bockbierjahres und den Übergang zu den Sommerbieren einläutet. Maiböcke sind tendenziell eher hell und eher etwas weniger gemalzt, dafür aber hopfenaromatischer als andere Bockbiere. Der Maibock bewahrte München im 30-jährigen Krieg angeblich auch vor einigem Unheil. 1632 soll der schwedische König Gustav Adolf mit seinen Truppen vor der Stadt gestanden haben, um sie zu plündern. Maximilian I. konnte jedoch verhandeln. So kam es, dass die Schweden friedlich abzogen, nachdem sie 220 Hektoliter Maibock erhalten hatten.

Zurück zum Maibock von Klier: Kupferrot und leicht getrübt ist das Allgäuer Bier, aber dennoch von einem enormen rotgoldenen Glanz. Auffällig ist die viele, großblasige Kohlensäure. Der extrem feine, leicht gelbliche Schaum haftet schön am Glas und hält richtig lange. Ein milder, blumiger und süßlicher Duft kommt aus dem Glas, neben intensiv riechenden Blüten ist auch etwas Honig zu bemerken.

Der Antrunk ist sehr weich und sanft, süße Noten von ganz reifen, weichen Früchten sind ebenso dabei wie ein klarer Geschmack nach frischem Weißbrot. Aprikosen zeigen sich mehr und mehr, auch flüssiger, klarer Honig scheint im Bier zu sein. Für 6,7 Prozent Alkohol ein gefährlich liebliches Unterfangen.

Auch mit steigender Trinkdauer und -temperatur will partout keine Herbe ins Bier finden. Maximal eine leichte Fruchtsäure. Im Abgang setzt sich mit leichtem Prickeln das bisher Erschmeckte fort. Die Aprikosen sind jetzt vielleicht noch etwas süßer und reifer, dazu auch dunklere Steinfrüchte wie Zwetschgen. Der Nachtrunk ist trocken mit einer minimalen Hefenote, dazu eine leichte Fruchtsäure. Überragendes Bier, hole ich im nächsten Mai auf jeden Fall mehr davon!

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