An der Spreeküste

19:11 Uhr – An der Westküste der USA sind diese richtig schön bitteren, fruchtigen, meist recht hellen IPAs entstanden, während auf der anderen Seite des Landes eher die etwas süßeren Varianten Beliebtheit fanden. Wie der Geschmack auf der Westseite der Berliner Spree aussieht, will uns das Spree Coast IPA im West Coast IPA-Stil von Lemke Berlin zeigen. Dass es an der Spree nicht so aussieht, wie auf dem Etikett, weiß ich allerdings sehr sicher. Auf dem blau-weißen Bildchen kämpft nämlich ein Schiff mit vielen Segeln gegen die stürmischen, hohen Wellen des Ozeans. Oben fliegt eine Taube (oder eine Möwe? auf jeden Fall ein Vogel) mit Hopfenzweig im Schnabel. Es scheint biblisch zu werden.

Goldfarben und klar liegt das IPA unter einer schönen, weißen Schaumschicht. Herber aber tropischer Duft nach Orangen, Grapefruit, etwas Mandarine und unreifer Melone schwebt in der Luft, dazu eine dezente Harznote.

Wie erwartet ist der Antrunk ein bitteres Hopfenbrett, das die 6,9 Prozent Alkohol in einen vollen, trockenen Körper verpackt. Das Harzig-Herbe am Gaumen ist sehr dominant, im Mund zieht sich alles zusammen. In Nebenrollen sind die fruchtigen Aromen von Grapefruit und auch Mandarine zu nennen, vielleicht auch ein paar dunkle Beeren, die der Cascade-Hopfen beisteuert.

Der Abgang ist entsprechend bitter, hier sind wir wirklich bei einem ziemlich krassen IPA gelandet, was man in diesen Tagen zwischen all den milden New England IPAs und sonstigen Vertretern gar nicht mehr so häufig kriegt. Mit einigen frischen, herben Kräutern geht das Bier in die Kehle und hinterlässt einen trockenen, von Hopfenbittere gebeutelten Mundraum mit Spuren von Orangenschalen und säuerlich-bitteren roten Johannisbeeren.

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