Kleinkarierter Klassiker

14:42 Uhr – Ein deutscher Klassiker, neu aufgelegt von einer schottischen Craft-Beer-Brauerei. Das kann ja heiter werden. Das Dry-Hopped Dortmunder Export von BrewDog habe ich schon vor einiger Zeit als limitierten Prototyp gekauft. Da es das Bier immer noch zu kaufen gibt, scheint sich die Rezeptur bewährt zu haben. Höchste Eisenbahn also, das Getränk zu testen.

Die Flasche ist rundum mit orangefarbenem, mathematisch-karierten Papier beklebt. In großen, weißen Buchstaben steht der Name des Bieres von unten nach oben geschrieben drauf. Sieht natürlich aus, wie BrewDog immer aussieht, und doch hat dieses Bier seinen eignen Look. Spannend sind die angegebenen Hopfensorten Simcoe, Cascade und Chinook, die auf den ersten Blick so gar nicht so einem Export passen wollen. Dazu kommt die Hopfensorte Ahtanum, von der ich noch nie etwas gehört habe. Scheint aber auch in die fruchtige Richtung zu gehen.

Im Glas sieht das Dortmunder Export erstmal aus, wie sein klassischer Vertreter: Goldgelb, klar, deutliche Kohlensäure und feine weiße Schaumhaube. Der Geruch hebt sich dann aber schon deutlich ab: Die Malzaromen werden von Hopfenduft übertönt, der würzig und etwas fruchtig ist. Die ganz große Fruchtexplosion, die bei den Hopfensorten zu erwarten war, findet in der Nase aber nicht statt. Gedämpfte Zitrusfrucht und waldige Töne sind das Gebot der Stunde.

Im Geschmack ist das 5,8 Prozent starke Bier äußerst vollmundig und würzig. Seine durchaus vorhandene Malzigkeit zeigt sich in einem weichen und runden Mundgefühl. Auffällig ist selbstverständlich die intensive, aber angenehme Herbe in diesem Export. Die geht zunächst wieder in die Richtung von Kräutern und Tannennadeln, nach und nach zeigt sich aber auch die bittere Fruchtigkeit von Grapefruit und Zitrone. Im Abgang kitzelt sogar eine fruchtige Süße am Gaumen.

Das ist ganz gut gelungen, finde ich. Man erkennt den ursprünglichen Bierstil noch heraus, er hat aber einen anderen, spannenden Touch bekommen. Sicherlich ein tolles Bier, um den traditionellen Biertrinker behutsam an neue Hopfenaromen heranzuführen.

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