Beeriger Nachtisch

17:32 Uhr – Als großer Freund der schwarzen Johannisbeere ärgere ich mich, dass die bei mir weder auf dem Balkon noch im Garten Beeren tragen. Andererseits freue ich mich jetzt auf die belgische Darbietung der Frucht in Form eines Cassis Lambic Biers der Brauerei Lindemans. Die Brauerei sitzt seit 1822 in Vlezenbeek im Speckgürtel Brüssels. Sie stellt ausschließlich die für die Region so typischen sauren Lambicbiere her, viele davon in fruchtigen Versionen.

Das Etikett ist – genau wie die Alufolienumhüllung des Flaschenhalses – in sehr dunklem Lila gehalten. In einem geschwungenen Rahmen sind neben dem Namen der Brauerei und dem Namen des Bieres ein paar schwarze Beeren auf einem grünen Blatt zu sehen.

Dunkelviolett, fast schon schwarz ist das Johannisbeerbier. Mit dem hellrosa Schaum sieht es beinahe wie eine Nachspeise im Glas aus. Und so riecht es auch: Säuerliche, dunkle Beeren in Kombination mit dem typischen, animalisch bis mostigen Geruch der Brettanomyces-Hefe.

Der erste Schluck überrascht mit einem vollen, weichen, fast schon leicht öligen Mundgefühl und einer ausgeprägten Fruchtsüße. Auf den ersten Blick ganz nah dran an etwas verdünntem Johannisbeersaft. Sofort kommt aber die Säure dazu, die gut zu den Beeren passt, denn auch die können ja gut sauer sein, wenn sie noch nicht ganz reif sind.

Mit steigender Temperatur und nachdem sich der Gaumen an die Säure gewöhnt hat, wird das 3,5 Prozent leichte Bier immer süßer. Es ist jetzt wirklich die volle Ladung Cassis. Selbst im Abgang wird die Säure nicht mehr besonders aggressiv, sie pendelt sich bei einer schönen Beerensäure ein. Diese dunkle Fruchtigkeit klingt richtig lange ganz hinten im Mund nach. Ein tolles Getränk, dass von klassischem Bier natürlich Lichtjahre entfernt ist.

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