Bittere Pille (London)

20:08 Uhr – Ich glaube zum Etikett der The Kernel Brewery London muss ich nicht mehr viel schreiben, ich will ja niemanden langweilen. Hinter dem braunen Packpapier verbirgt sich heute ein India Pale Ale mit den Hopfensorten Citra und Chinook, die die volle Ladung Zitrusaromen versprechen. 6,9 Prozent Alkohol hat das englische Bier. Im Glas versteckt sich das trübe, goldgelb-matte Getränk unter einer fluffigen, weißen Schaumkrone, die regelrecht einen kleinen Hügel bildet. Der Schaum funkelt im Licht und man würde am liebsten reinspringen.

Der fruchtige Duft ist unaufdringlich, aber doch intensiv. Limette, Maracuja, Mango – und tatsächlich, auch wenn das jetzt nicht so toll klingt, ein Hauch von Schweiß. Im Antrunk ballert eine deftige, krautige Herbe in den Mund. Bittere Zitronenschalen, herbe Kräuter, unreife Kiwi. Erst langsam kommen säuerliche Stachelbeeren und eben die Zitrusfrüchte um Limette, Grapefruit und Maracuja zum Vorschein.

Im Abgang geht es natürlich äußerst herb weiter. Zur Zitrusherbe gesellen sich bittere Holz- und Nadelwaldaromen. Der Mundinnenraum bekommt einen trockenen, immer trockener werdenden Belag. Hier sind dann doch wieder eher die Grapefruitschalen im Spiel.

Ein recht herbes und damit stiltypisch gutes, fast schon klassisches IPA, an das man sich nach all den Ausflügen in Richtung Neipa, hazy, Milkshake, … , erstmal wieder gewöhnen muss.

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