Der Club der toten Ponys

15:29 Uhr – Session IPAs sind fruchtige Hopfenbomben mit schlankem Alkoholgehalt und entsprechend angepasster Bittere – und sie mausern sich so langsam zu meinem Lieblingsbier für warme Sommer- oder Apriltage. Sehr schön also, dass ich noch ein Session India Pale Ale aus dem Hause BrewDog im Kühlschrank habe: Das 3,8-Prozent starke Dead Pony Club Westcoast Session Pale Ale.

Die Drittelliterdose ist natürlich im klassischen BrewDog-Look gehalten, die dominierenden Farben sind ein saftiges Grün und Schwarz. Das Bier überrascht im Glas mit einem saftigen Dunkelgold, das schon leicht ins Rötliche geht. Mit seiner leichten Trübung, der lebhaften Kohlensäure und der üppigen, grobporigen Schaumschicht sieht es deutlich stärker aus, als es sein sollte. Hübsch ist es allemal.

Die intensiven Hopfenaromen von Zitrusfrüchten wehen einem schon aus großem Abstand in die Nase. Daneben sind aber auch gedämpftere Düfte nach Wald, Rinde und schwarzen Beeren zu erkennen, wenn man die Nase ins Glas steckt. So eine richtige Frische verspürt man aber nicht, dazu sind die erdigen Hopfenaromen zu stark und schwer.

Im Antrunk sind die fruchtigen Aromen dann leider ganz verschwunden. Recht schwer und vollmundig legt sich das Session Pale Ale in den Mund und hinterlässt dort einen matten, lahmen Eindruck. Eine gewisse Herbe ist schon vorhanden, aber ich suche da vergeblich den Hopfen. Das ist eher so ein abgestandener, torfiger Geschmack. Irgendwie finde ich auch, dass da ein bisschen Käse dabei ist. Der Malzkörper ist für ein so leichtes Bier erstaunlich, auch dass dort leichte Röst- und Räucheraromen drinstecken, ist beachtlich.

Insgesamt jetzt kein furchtbar schlechtes Bier. Aber ich hatte mir bei dem Namen und der Beschreibung schon etwas deutlich aufregenderes erhofft, vor allem viel mehr Frucht und Frische. Schade.

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