Dunkler Panther

20:42 Uhr – Pünktlich zur Dämmerung tobt hier ein richtiges Gewitter mit viel Regen, Wind, Donner, Blitzen und dunklem Himmel. Da will ich mich zumindest farblich anpassen und auch etwas Dunkles in mein Bierglas füllen. Die Wahl fällt auf Die Dunkle von Tilmans Biere aus München. Das Etikett ist ein Kunstwerk der Künstlerin Maki Shimizu und zeigt einen blauen Panther mit roter Nase, der gemütlich auf einem Ast schlummert, die Beine hängen lässt und den langen Schwanz nach oben gerichtet hat. Unter dem Tier steht “nachts sind alle Katzen blau”.

Das Bier dagegen ist gar nicht blau, sondern dunkel kastanienfarben, dort wo Licht ins Glas fällt, schimmert es leicht dunkelrot. Die mittelmäßig stabile Schaumschicht ist hell cremefarben, durchzogen von großen Blasen. Heraus strömt ein dezent röstiger Geruch, vor allem muss ich an Pumpernickel denken, vielleicht mit einer Scheibe schwach geräuchertem Schinken und obendrauf einem Klecks Brombeermarmelade.

Im Antrunk gleitet das 5 Prozent leichte Dunkelbier zunächst recht ansatzlos über die Zunge. Es dauert einen Moment, bis sich die Aromen zeigen, und dann sind es überraschenderweise nur sehr schwache Röstaromen von leichtem Kaffee und etwas Kakao. Auffälliger ist eine ganze Menge Karamell, die zusammen mit Eindrücken von dunklen Beeren für einen süßlichen Geschmack sorgt. Dank einer waldig-würzigen, fast schon harzigen Hopfennote bekommt das Münchner Bier noch einen dezenten Herbedreh.

Das Bier ist süffig, wird im Abgang jedoch trocken und zeigt seine Schwarzbrot-Seite. Zum getreidigen Nachgeschmack gesellt sich spät eine sanfte Harzigkeit. Ein tolles Dunkelbier, auch für Trinker, die eigentlich kein Dunkelbier mögen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.