Erstes Techtel Mechtel

18:54 Uhr – Die Brauerei Schäffler aus Missen hat sich eine kleine Versuchsbrauanlage angeschafft, auf der kleine und einmalige Sondersude gebraut werden sollen. Diese Biere werden unter dem Namen Techtel Mechtel auf den markt kommen. Die ersten 400 Liter sind letzte Woche fertig geworden, ein Heller Bock mit den Hopfensorten Citra, Columbus und Perle. Auf dem hellen Etikett ist als Wasserzeichen zu sehen, wie zwei historisch gekleidete Herren jeweils einen Ring über ein hölzernes Bierfass halten. Vielleicht ist das tatsächlich ein ehemaliges Logo der Brauerei, aber das weiß ich nicht. Das gleiche Logo ist auch nochmal in klein zu sehen, über dem gelb geschriebenen Namen des Bieres.

Der Bock ist hell bernsteinfarben. In der leichten Trübung liegt ein schöner Glanz. Die dunkelweiße, feine Schaumschicht wird von groben Blasen durchbrochen. Der Duft ist intensiv, aber nicht übertrieben stark. Süßlich-spritzige Töne von Zitrusfrüchten kommen ebenso in die Nase wie ein Nussigkeit von Mandeln und Walnuss. Auch ein Hauch von Schwefel ist dabei.

Im Antrunk wird klar, dass es sich hier tatsächlich um ein 6,9 Prozent starkes Bockbier handelt: Schwere, süßliche Malznoten, die durch alkoholische Töne an Rum aus dem Holzfass erinnern, füllen weich den gesamten Mund. Seitens des Malzes sind hier wieder Nüsse im Spiel, auch ein bissen Harz. Der Hopfen bringt nach und nach immer mehr fruchtige Eindrücke ein. Wegen der leichten Herbe bin ich schnell bei Grapefruit, aber auch Mango und Limette sind zu erkennen, außerdem Orange und sogar ein paar getrocknete Beeren.

Auch im Abgang bleibt das Techtel Mechtel äußerst sanft und weich, nur die Säure der erkannten Früchte zwickt kurz. Im Nachgeschmack legt sich diese äußerst angenehme Nussigkeit auf den Gaumen. Wirklich eine gelungene Komposition eines sehr guten, traditionellen hellen Bockbiers, vorsichtig gewürzt mit für modernes Craftbier typischen Hopfensorten.

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