Heile Welt

18:03 Uhr – Ist ist die heile Welt, nach der wir uns besonders in diesen Tagen sehnen? Ich weiß es nicht. Sehnsucht nach gutem Bier ist ja immer irgendwie da, deshalb begrüße ich die Braukunst-Serie der Brauerei Zötler aus Rettenberg sehr. Das Bier Heile Welt hat Junior-Chef Niklas Zötler als Hommage an seine Oma gebraut. Mit verschiedenen Malzsorten, typsichen Craft-Beer-Hopfen wie Cascade und Lemondrop sowie englischer Ale-Hefe gebraut, scheint mir das Allgäuer Bier mit 4,9 Prozent ein recht klassisches Pale Ale zu sein.

Das freundliche Etikett zeigt eine bunte, heile Märchenwelt: Aus einem kleinen Dorf mit Kirchturm fährt eine mit Bierfässern beladene Kutsche, im Hintergrund sieht man Wald und Berggipfel. Im Vordergrund tummeln sich allerlei sagenhafte gestalten: Ein Reh mit Hopfengeweih, eine Brieftaube mit Bierfass um den Hals, Heißluftballone in Hopfenform, Bierfläschchen mit Pilzköpfen, Blumen mit Kronkorkenblüten, ein Baumstamm mit integriertem Bierzapfhahn und – alles überspannend – ein bunter Regenbogen, der in einem riesigen, mit Zötler-Bier gefüllten Bierkrug endet.

Dunkelgold mit leichtem Hang ins Kupferrot und mit auffällig großen Kohlesäurebläschen schimmert das ziemlich klare Bier. Ein leichter Hefeschleier zieht sich durchs Glas. Bedeckt ist es von einer festen, sehr feinen und dunkelweißen Schaumschicht. Das macht Lust auf mehr.

Ein Mix aus Frucht und Gras füllt die Luft, mich erinnert es am ehesten an Zitronengras. Auch der Duft von süßem Brot oder Keksen steigt in die Nase. Der Antrunk ist vollmundig und schön spritzig. Eine schöne, weiche Fruchtigkeit mit dezenten Noten von Zitrusfrucht und Mango wird von einem vollen, leicht harzigen Malzkörper ausbalanciert.

Die jederzeit deutlich vorhandene Herbe fügt sich sehr gut in dieses Aromenspiel ein und gibt dem ohnehin schon spritzigen Bier noch einen weiteren Frischekick. Der Abgang gehört ebenfalls ganz dem Hopfen, die Zitrustöne werden kurzfristig von Kräutern und Stroh ergänzt, alles zusammen fließt mit einer schönen Bittere in den Hals. Diese legt sich in Form von Orangenschalten auch im Nachgang in den Mund – eine sehr süffige Angelegenheit!

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