Im aromatischen Containerhafen

17:29 Uhr – Das dritte Bier aus der aerial-Serie von Blech Brut ist das aerial.port, wieder ein IPA. Die Gestaltung der Dose ist wieder absolut sagenhaft. In Sachen Action ist vielleicht ein bisschen weniger los als auf dem aerial.city, aber definitiv mehr als auf dem aerial.desert. Was mich hier total fasziniert ist die Farbe, der Großteil der Darstellung zeigt ein türkisfarbenes bis grünes Meer, das zwar, wie es im Hafen eben so ist, ruhig daliegt, aber man sieht eben doch die Bewegungen des Wassers. Das Meer wird von einem Containerhafen geteilt, aus der Vogelperspektive sieht man unzählige bunte Container auf einer Asphaltfläche, daneben eine Straße, die von orangenen Lastenkränen überragt wird. Diese beladen gerade zwei rote Containerschiffe, eines auf jeder Seite. Noch sind die Frachträume recht leer. An einem der Schiffe legen gerade zwei motorisierte Beiboote an. Das Tolle ist, dass die gesamte Szenerie absolut menschenleer ist. Überhaupt sind dort nur zwei geparkte Autos zu sehen. In all seiner Ruhe zeigt dieses Motiv irgendwie die Ruhe vor dem Sturm, die sonnige Mittagspause an einem belebten, rauen Ort. Ein Kunstwerk mit einem Volumen von 0,33 Litern.

Das aerial.port glänzt im Glas in einem schönen, trüben Goldgelb und ist von einer cremigen, festen Schaumschicht bedeckt. Der Geruch springt einen geradezu an: Intensiv nach Hopfen und tropischen Früchten, vor allem Ananas. Auch ein paar leicht säuerliche Stachelbeeren mischen da noch mit, dominant ist aber schon der Hopfen, der eine gute Herbe ankündigt.

So ist es dann auch: Das mit Gerste, Weizen und Hafer gebraute India Pale Ale macht seiner Biergattung alle Ehre. Die Herbe schlägt voll auf und erfreut den Hopfenjunkie in mir. Die Bitterstoffe sind enorm und ziehen im Nachgeschmack nochmal etwas nach, aber, und das ist ja ganz wichtig, sie lassen auch noch Platz für andere Aromen. Die Fruchtigkeit ist zum Beispiel weiterhin da, zur Ananas gesellen sich Zitrusfrüchte und Pfirsich. Was nicht verschwiegen werden darf, ist Zweierlei: Zum einen ist das IPA mit seinen 7,2 Prozent Alkohol und seiner wenigen Kohlensäure zwar süffig, aber es geht ihm doch etwas die Frische ab. Zum anderen schlagen die Zitrustöne mit der Zeit zu einer leichten Alkoholnote um, die ich im Bier nicht so mag. Aber das ist Jammer auf höchstem Niveau – auch das dritte Bier aus der aerial-Serie ist ein absoluter Volltreffer!

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