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Käseschleier

18:56 Uhr – Okay, die Idee ist jetzt vielleicht nicht wahnsinnig kreativ, aber doch ganz süß: Auf dem Weissen Bock von Schäffler Bräu aus Missen im Allgäu ist das Foto eines weißen Bocks zu sehen. Also von dem Tier, ihr wisst schon. Ansonsten ist das Etikett schwarz, die Schrift ist weiß.

Der Anblick erwischt mich dann gleich mal auf dem falschen Fuß. Ich hatte nämlich mit ganz großer Sicherheit einen hellen Weizenbock erwartet. Der hier ist nicht extrem dunkel, aber eben doch auf jeden Fall dunkel. So zwischen Bronze und Kastanie irgendwo. In der leichten Trübung schimmert das Licht schön, die dunkelweiße Schaumkrone ist sehr feinporig und wird von der Kohlensäure am Leben gehalten.

In die Nase gelangen typische Weißbieraromen und – was mich etwas abschreckt – der leichte Geschmack von Käsewasser. So viel Allgäu müsste eigentlich gar nicht sein. Etwas vornehmer ausgedrückt könnte man es wohl als leicht säuerliche Hefenote bezeichnen. Eine Spur von Röstmalz und dunklen Steinfrüchten kommt ebenfalls aus dem Glas, sogar etwas Heidelbeere.

Der Antrunk ist etwas kantig, die Geschmeidigkeit eines Weizenbieres fehlt hier etwas, auch die viele Kohlensäure verstärkt den eher harten Eindruck. Geschmacklich geht das vollmundige Starkbier klar in Richtung angeröstetem Malz, eine schwere Fruchtigkeit von Steinobst und Rhabarber ist ebenfalls mit von der Partie.

Im Abgang schlägt eine würzige Nelkennote am Gaumen schnell zu bitterem Alkohol um. Im Nachgang wird der Mund sehr trocken, etwas nussig und nelkig.

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