Tropisch Nusszartbitter

21:50 Uhr – Das Black rye IPA von Lemke Berlin wartet gleich mit zwei Besonderheiten auf: Zum einen ist es eben ein Black India Pale Ale, also ein schwarzes, helles, obergäriges Bier. Dass sich der Name dieses Bierstils eigentlich selbst ausschließt, macht mich immer wieder ein bisschen fertig. Zum anderen handelt es sich um ein Bier mit Roggen, das ist ja auch ein bisschen außergewöhnlich.

Das schwarze Etikett ist in hellem Hopfengrün rundum mit dem Namen der Brauerei beschriftet, auch die obligatorische ährenpressende Faust ist wieder dabei. Im Zentrum steht in einem Kreis von Roggen(?)ähren der Name des Bieres.

Fast schwarz, vielleicht sehr dunkel mahagonifarben, oder bildlicher: Cola – so würde ich den blickdichten Anblick dieses Bieres beschreiben. Darauf sitzt eine herrliche, cremefarbene, feinporige und äußerst langatmige Schaumschicht.

Der Duft ist ziemlich intensiv und herrlich fruchtig. Zitrus, Ananas, Kiwi kommen mir da in die Nase. Nach diesem ersten, auffälligen Eindruck werden aber die schweren, gerösteten Malzaromen deutlicher. Kalter, süßer Kaffee, vielleicht ein Espresso, auch sehr dunkle Schokolade.

Toffee, Karamell, dunkle Schokolade – der erste Schluck ist ein wirklich leckeres Feuerwerk. Total weich und cremig läuft das Black Rye IPA in den Mund, es fühlt sich so gut an, dass man es gar nicht gleich schlucken möchte. Etwas Süße von Honig und sehr reifen Früchten wie Mango oder eben Kiwi sind dabei, aber ohne jegliche Säure, die an Zitrusfrüchte erinnern würde.

Auch wenn da deutliche Röstaromen sind, finde ich das Bier nicht besonders bitter. Darum bin ich auch geschmacklich viel mehr bei dunkler Schokolade, die ich sehr intensiv wahrnehme und toll finde, als bei Kaffee. Mit steigender Temperatur kommt auch noch ein nussiger Geschmack dazu, vielleicht ein bisschen holzig, es erinnert immer mehr an einen edlen Eisbecher.

Der Abgang ist weich und – im Vergleich zu allem, was davor passiert ist, ziemlich unspektakulär. Erst kurz nach dem Schlucken meldet sich dann doch noch eine deutliche Röstherbe, kalter Kaffee blitzt auf. Der Nachgang ist etwas trocken, erinnert an den Verzehr von sehr kakaohaltiger, dunkler Schokolade. Es läuft einem direkt wieder das Wasser im Munde zusammen, und zwar ein Wasser mit fruchtig-tropischem Geschmack. Ganz, ganz großes Kino!

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