Festlicher Vorbote

17:26 Uhr – Es ist zwar noch nicht ganz Weihnachten, aber auf jeden Fall schon Festbierzeit. Zum Beispiel, um eine Flasche des Meckatzer Fest-Märzen zu öffnen. Diese Bierspezialität aus dem Allgäu gibt es nur zur kalten Jahreszeit, letzte Woche habe ich die ersten Kästen im Handel entdeckt. Schon seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten, greife ich in den kühleren Monaten gerne auf dieses regionale Bier zurück. In den letzten Jahren vielleicht ein wenig seltener, früher hat es am Wochenende vor der Tankstelle zum festen Repertoire gehört.

Als kleine Randnotiz gefällt mir ganz gut, dass die Haltbarkeit nur bis Ende Mai angegeben ist. Wir wissen, dass Bier in der Regel nicht schlecht wird – frisch aber einfach besser schmeckt. Darum finde ich es gut, die Mindesthaltbarkeit hier auch auf das Frühjahr zu beschränken.

Das Etikett der Halbliter-NRW-Flasche nimmt uns mit in den Allgäuer Winter. Golden umrandet sind dort vor tiefblauem Hintergrund schneebedeckte Berggipfel zu sehen. Die nächtliche Atmosphäre erhält durch weiße Sterne am Firmament zusätzliche Romantik. Nach unten hin läuft die Darstellung ein einer dunkelgrünen Fläche aus. Um das weiß-goldene Brauereilogo schwingen sich in großen, goldenen Buchstaben der Namen des Bieres und der Namen der Brauerei.

Was mich fertig macht, ist, dass auf dem Rückenetikett vor dem allerersten Buchstaben ein Leerzeichen ist. Da es dieses Bier schon so lange gibt, müsste das doch mal jemandem aufgefallen sein. Oder ist das womöglich ein gewollter Design-Trick, den Satzanfang so einzurücken?

Dunkelgold mit einem feinen Kupferstich liegt das Festmärzen sehr klar im Glas. Die Kohlensäure steigt in wenigen, gemächlichen und großen Blasen nach oben und formt eine schöne, schneeweiße und feinporige Schaumkrone, die von platzenden Bläschen durchbrochen wird. Der Geruch ist intensiv malzaromatisch und gleichzeitig fruchtig, vor allem Birne fällt mir auf, aber auch ein Hauch von Spekulatius. Begleitend kommt der Duft von trockenen Kräutern und Heu dazu.

Der Antrunk ist sanft und weich, auch hier zeigen sich leicht weihnachtliche Vorboten wie Bratapfel und Zimt, eingebettet in eine schöne Vollmundigkeit von Karamelltönen und leichten Nussaromen, die das Malz ins Bier bringt. Dank der zurückhaltenden Kohlensäure wirkt das Bier noch weicher und ist trotz der angedeuteten Malzschwere und 5,6 Prozent Alkohol recht süffig.

Nach und nach zeigt sich ganz hinten am Gauen auch eine dezente Herbe, die an leicht bittere Apfelschalen erinnert. Der Abgang ist weich, das Bier rutscht mit einer letzten Süße schön in den Hals. Im Nachtrunk zeigt sich deutlich Walnuss, die sich mit einer feinen Bittere auf die Geschmacksknospen legt.

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