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Amelanchierbier

16:47 Uhr – Endlich mal wieder selbstgebrautes Bier – tatsächlich das erste neue im Jahr 2022! Gebraut habe ich dieses Bier allerdings noch im alten Jahr, es hat aber eine längere Reifezeit zugestanden bekommen. Aber fangen wir vorne an.

Das Grundbier ist ein helles, etwas hopfiges Bockbier, also etwas in Richtung Maibock. Den Sud habe ich nach der Gärung auf zwei Fässer aufgeteilt. Diese Version durfte drei Wochen auf Felsenbirnen aus dem eigenen Garten reifen. Durch die Früchte hat die Hefe zusätzlich noch etwas Fruchtzucker bekommen und nochmal ein bisschen Alkohol produziert, sodass nun etwas über 7 Prozent drin sein dürften.

Ich habe mich für die kleinen Bügelflaschen und ein Etikett entschieden, das in Bild und Schrift an alte medizinische Darstellungen erinnern soll. So ist eine Felsenbirne dargestellt – mit Blättern und Früchten. Eingefärbt habe ich die Zeichnung mit grünen und violetten Kreisen. Die botanische Bezeichnung der Felsenbirne ist Amelanchier. Weil sich das auf Bier reimt, war der Name schnell geboren.

Das Bockbier hat durch die Früchte deutlich an Farbe gewonnen. Es pendelt sich irgendwo zwischen Bernstein und rötlichem Kupfer ein. Mit seinem goldenen Glanz wirkt es zwar klar, es ist aber in Wirklichkeit gleichmäßig getrübt und in der feinen Kohlensäure schweben sogar winzige Partikel der Felsenbirne auf und ab. Der dunkelweiße Schaum ist luftig und hält sich nicht besonders lange, eine dünne Schaumschicht mit großen Blasen bleibt aber zurück und sorgt für einen Anblick, der klar nach Bier aussieht.

In die Nase gelangt intensiv der süß-saure Geruch von Quitten, eingemachten Äpfeln und hellen Trauben. Der Antrunk ist weich, rund und süßlich. Trotz sichtbarer Kohlensäure prickelt das Bier kaum. Am Gaumen zeigt sich die leichte Säure von gelben Äpfeln und Trauben, an der Zunge kitzelt der herbe Ansatz von frischen Kräutern und mildem Hopfen. Meiner Meinung nach passt die Gesamtkomposition von hellem Bock und Felsenbirne ziemlich gut zusammen, die verschiedenen Eindrücke harmonieren gut, wobei die Frucht natürlich klar im Vordergrund steht. Gar nicht zu spüren ist der doch recht hohe Alkoholgehalt.

Im Abgang nimmt die Herbe – und damit der Biergeschmack – noch leicht zu. Die zitrusfruchtige Hopfensorte Amarillo macht sich mit dem Aroma von süßen Orangen im Finale bemerkbar. Der Nachgeschmack ist etwas trocken und erinnert mich nun wieder an Quittengelee. Schöner Start in den Bierfrühling!

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