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Bananensegler

21:23 Uhr – Ein Weizenbier mit einer mindestens Deutschlandweiten Bekanntheit in Genießerkreisen ist das Bernstein-Weizen von Störtebeker. Ein ausgezeichnetes Weizenbier ausgerechnet von der Ostsee? Das will überprüft werden. Für das süddeutsche Auge ist ja schon der Anblick der Halbliter-Longneck-Flasche außergewöhnlich. Mit stimmigen orangefarbenen Akzenten bis hin zum Kronkorken und einem zweimastigen Segelschiff auf dem Etikett, das im Sonnenuntergang in Richtung Land segelt, ist diese Version recht hübsch geraten. Ich habe das Bedürfnis, jetzt sofort Conquest of Paradise zu hören.

Bei einem Bier, das die Farbe schon im Namen trägt, hätte ich mir gedacht, dass der Namen dann auch zur tatsächlichen Farbe passt. Das ist hier nicht der Fall. Der Bernstein-Weizen ist nämlich weit weg von bernsteinfarben, vielmehr ist er golden. Mit der leichten Hefetrübung und der schönen, feinen und weißen Schaumkrone sieht er aber letztendlich schon so aus, wie ein Bier dieser Stilrichtung aussehen darf. Also gut.

Auch im Duft braucht sich der Vertreter aus Norddeutschland nicht vor seinen süddeutschen Verwandten verstecken: Reife Banane, leicht würziges Hopfenaroma und dazu noch eine weitere, bisher undefinierbare, Fruchtigkeit.

Im Antrunk treffen eine leichte Hopfenherbe und die volle Kraft der Banane aufeinander, dazu empfinde ich Vanille. Durch die Herbe verliert die Banane zwar an Süße, aber nicht an Aroma. Sie wirkt nur trockener. In der Kombination würde ich fast von einem Bananenbrot sprechen, mit wenig Zucker, aber dafür einem Hauch Vanille. Ich bin ein bisschen von den Socken.

Im Abgang werden die Hefe und vor allem die Herbe deutlicher. Ein Hauch von Zitrus weht auf den letzten Zentimetern noch in die Segel des Biobieres. Im Nachgeschmack ist die trockene Banane wieder schön in der Kombination mit Hopfenwürze und Hefe da.

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