Böhmisches Metall

20.21 Uhr – Von der Brauerei Lemke aus Berlin habe ich noch einen ganzen Karton voller feiner Bierspezialitäten im Keller stehen. Nachdem ich vor Weihnachten schon das Dunkle verköstigt habe, mache ich heute auf der vermeintlich anderen Seite der Farbskala weiter: Mit dem Bohemian Pilsner. Ein Pils nach originaler böhmischer Brauart, so steht es auf dem Etikett. Also etwas stärker und vollmundiger, als anderes Pils, das man in Deutschland vielleicht kennt.

Apropos Etikett: Dunkelgrau und Hellgrau sind die Hauptfarben, die Akzente sind in Gelb gehalten. Im Zentrum ist das Brauereilogo zu sehen, dass sich aus dem Buchstaben L und B zusammensetzt. Darüber ist wieder die Gerstenähren auspressende Faust zu sehen.

In sattem Gold und völlig klar füllt das Lemke Bier mein Pilsglas. Bedeckt ist es von einer fingerdicken, schneeweißen und sehr feinen Schaumschicht. Süßlich malziger Geruch mit klarer Honignote ein ein bisschen Vanille überrascht für ein Pils erstmal.

Direkt im Antrunk wird die errochene Süße aber von einer markanten, wenn auch nicht übermäßigen, Herbe aufgefangen. Das ergibt einen etwas matallischen Mix. Der Körper ist recht vollmundig und auch schön weich, wie es sich für ein Pils nach tschechischem Vorbild gehört.

Im Abgang wird die Herbe nochmal intensiver, der Gaumen zieht sich tatsächlich ein bisschen zusammen. Auch dieser metallische Geschmack wird stärker. Er ist es auch, der zusammen mit einem Hauch von Honig im Mund zurückbleibt.

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