El Dorado

16:04 Uhr – Nachdem sich zum Jahresende mein Urlaub mit dem Lockdown überschnitten hatte, blieb mir ja fast nichts anders übrig, als Bier zu brauen. Da mich die Kveik-Hefe beim Urlaub Daheim echt begeistert hatte, habe ich beschlossen, gleich nochmal ein Bier mit dieser Hefe zu brauen (dazwischen hab ich noch ein klassisches Pils gebraut, aber das reift gerade noch). Die fruchtigen Aromen der Hefe, so dachte ich, könnten ganz gut mit einem Hefeweizen zusammenpassen. Um diesen noch etwas atypischer zu machen, wollte ich zusätzlich noch einigermaßen viel fruchtigen Hopfen reinwerfen. Einen Ähnlichen Versuch habe ich schon mal gewagt, damals kam das Hawaiizen dabei raus.

Nun habe ich mich für die amerikanische Hopfensorte El Dorado entschieden, die auch namensgebend für das Bier ist. Ich weiß, dass es Filme und Spiele mit gleichem Namen gibt, kenne ich aber alles nicht. In Wirklichkeit ist Eldorado ja wohl ein sagenhaftes Goldland irgendwo im Landesinneren in Südamerika, das nie gefunden wurden. Ich habe dieses Paradies kurzerhand auf eine Insel verlegt. Diese ist in Form einer Schatzkarte auf die Flaschen geklebt. Gedruckt ist das Etikett auf braunem Packpapier, darum sieht das Original etwas anders aus als die Abbildung hier rechts.

Im bzw. auf dem Glas fällt zunächst die üppige, feine, schneeweiße Schaumkrone auf – wie es sich für ein Weizen gehört. Das Bier ist dunkelgold bis hell bernsteinfarben, etwas orange sogar fast, und absolut hefetrüb. Golden schimmernde Partikel schwimmen im kompletten Weizenglas umher.

In die Nase macht sich zuerst ein intensiver Geruch von süßen Mandarinen bemerkbar, nach und nach auch etwas Maracuja. Bei längerem riechen und überlegen erkenne ich auch noch unreifen, sehr harten Pfirsich.

Ein vollmundiges, spritziges Bier mit schöner Kohlensäure und gleichzeitiger leichten Hefeschwere zeigt sich im Mund. Der weiche Getreidegeschmack wird von den fruchtigen Aromen von Pfirsich und Aprikose überlagert. Allgegenwärtig und von Anfang an mit im Spiel ist eine leichte, zunächst eher unterschwellige, erfrischende Zitrusherbe.

Im Abgang intensiviert sich diese Herbe, Kräuter und ein zarter Hauch von Banane kommen dazu. Beim Schlucken zeigen sich hinten an den Backen Bittertöne. Im Nachgeschmack bleiben einige Orangenschalen zurück – und das große Bedürfnis, gleich den nächsten großen Schluck zu nehmen.

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.