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17:07 Uhr – Le Chauffeur ist ja wohl der beste Name, den man sich für ein alkoholfreies Bier ausdenken kann. So geschehen beim Brauhaus Nittenau beim Ersinnen eines Namens für ihr alkoholfreies IPA. Laut Etikett geht der Name auf den französischen Chauffeur und Hobbybrauer Jean-Pièrre zurück, der auf einer Fahrt von Berlin nach Paris von der Biologin Heidi Huber ein Fläschchen eines Bierhefestammes geschenkt bekommen hat, mit dem man alkoholfrei brauen kann. Die Geschichte mag stimmen, oder auch nicht. Der junge Herr mit Hut auf dem Etikett wird aber wohl Jean-Piérre sein.

Das alkoholfreie IPA ist hell bernsteinfarben und hat in der Sonne einen schönen Glanz. Bedeckt ist das völlig trübe Getränk von einer leicht gelblichen, mittelfeinen und stabilen Schaumschicht. Ein süßer Geruch steigt aus dem Glas, unverkennbar, dass hier die unvergorenen Zucker eines Alkoholfreien dabei sind. Aber auch die für ein IPA so typischen, fruchtigen Hopfenaromen sind zu erkennen: Orange, reife Aprikose, auch ein bisschen Kräuter.

Der erste Schluck offenbart einen festen, vollmundigen Malzkörper mit dem Geschmack von hellerem, süßlichen Brot. Sofort sind aber auch herbere Hopfennoten am Start, die verhindern, dass le Chauffeur zu mastig wird. So wird das eine äußerst süffige Angelegenheit für den Sommernachmittag. Die fruchtigen Töne haben im süßen Körper nur wenig Chance sich zu zeigen, was aber durchblitzt ist ein feines Minzaroma, was der ganzen Sache nochmal einen schönen Frischetouch gibt.

Der Abgang ist unauffällig, im Nachgeschmack kommt die Herbe in Form von Zitrusschalen verstärkt zur Geltung. Wirklich ein sehr gutes alkoholfreies Bier, dass vor allem mit seiner Vollmundigkeit, seiner Spritzigkeit und den spannenden Hopfennoten gefällt.

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