Pinguin Pol Pils

17:06 Uhr – Da ist es, mein neustes selbstgebrautes Bier, das Pinguin Pol Pils. Die Idee war, ein wintertaugliches Pils zu brauen und beim Brauvorgang auch die kühlen Wintertemperaturen für die kühle Gärung und die kalte Lagerung auszunutzen. Gebraut habe ich es bereits im November, ausschließlich mit hellem Pilsener Malz. Nach Vorbild der tschechischen PIlsbiere kam zunächst Saazer Hopfen zum Einsatz, der zum Beispiel dem Pilsener Urquell seinen Geschmack verleiht. Da mir das alleine zu langweilig gewesen wäre, habe ich das Pils noch ausgiebig mit der Hopfensorte Polaris gestopft, die für frische Töne (in Richtung Gletschereis-Bonbon) sorgen soll. Vergoren wurde das Bier mit einer böhmischen Lagerhefe.

Das Etikett ist einfach in Blau und Weiß gehalten, auf einem Schneehaufen vor nachtblauem, klarem Sternenhimmel steht in eingeschneiten Buchstaben der Name des Bieres. Der spielt übrigens auf eine Party an, die wir vor ungefähr 14 Jahren im Jugendhaus in Leutkirch veranstaltet haben, die Pinguin Pol Party.

Schon vor der ersten Probe des PPP, aber spätestens bei dieser, war klar: Hier ist was schief gelaufen. Die Hefe hat die Würze nicht vollständig vergoren. Da ich es trotzdem für trinkbar halte, folgt nun meine Verkostungsnotiz.

Nach dem vorsichtigen Einschenken erscheint das Pils im Glas zunächst völlig klar zu sein, erst beim genauen Hinblicken gegen das Licht erkennt man schwebende Partikel. Das könnte fast der Hopfen sein. Der Schaum ist absolut weiß und einem Pils angemessen. Er ist etwas grob und hält sich nicht ewig, aber schon eine Weile.

Der Geruch ist sehr süß, riecht beinahe wie unvergorene Würze mit ein bisschen Honig. Auch süßer Keksteig könnte es sein, oder sogar zuckriger Fruchtkompott. Was durchaus dabei ist, ist eine sehr frische, leicht minzige Note. Ich würde jetzt nicht sagen, dass man hier das Gletschereis riechen kann, aber die Richtung stimmt.

Der Antrunk ist entsprechend vollmundig, weich und süß. Es schmeckt wie ein Mix aus Getreide- und Kräuterlimonade. Oder auch wie das alkoholfreie Weizen von Zötler. Was man ganz klar sagen kann: Ein Pils ist das nie im Leben. Aber wenn man darüber hinweg ist, dass man kein schlankes, trockenes und feinherbes Getränk in den Mund bekommt, schmeckt es eigentlich ganz gut.

Verdünnter, heller Traubensaft ist das nächste, was mir zum Aroma einfällt, auch sehr reife gelbe Birne. Dazu kommt wirklich etwas, was in Richtung Minze oder Zitronenmelisse geht, was sich im üppigen, süßen Malzkörper aber nicht so komplett frei entfalten kann. Erstaunlich ist, dass trotz der enormen Hopfenmenge von 10g pro Liter quasi keine Herbe zu finden ist.

Das bleibt auch im Abgang beinahe so. Der ist sehr rund und weich, außerdem auch weiterhin süß. Erst im letzten Moment kommt die ganz typische Hopfenherbe heraus, in absolut mildem Maße. Sie bestimmt mit einem leicht zitrusartigen Aroma auch den anhaltenden, angenehmen und etwas brotigen Nachgeschmack.

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.