Heinrich der Starke

19:58 Uhr – Den Heinrich Roter Bock habe ich schon vor Jahren mal getrunken, als die Brauerei Zötler aus Rettenberg ihn noch in einer großen Literflasche abgefüllt und als echte Besonderheit verkauft hat. Mittlerweile gibt es das Bier auch im Rahmen der Zötler Braukunst-Serie in der kleinen Drittelliterflasche. Auf dem Etikett ist ein gemalter, sehr muskulöser und sehr nackter junger Mann zu sehen, der gerade aus einem hölzernen Badezuber steigt. Vor sein Gemächt hält er ein riesiges Schwert. Neben seiner Badewanne hängt seine weiße Unterhose an einer Wäscheleine, darunter liegt sein Schild. Auch eine gelbe Quietscheente sowie einige Fässer Bier sind zu sehen. Neben Heinrich steckt eine Flagge in der Erde. Im Hintergrund sind ein Dorf und die Allgäuer Berge im Morgenrot zu sehen.

Der Rote Bock ist farblich irgendwo zwischen Dunkelorange und Rostrot angesiedelt. Bedeckt ist er von einer feinen, gelblichen und nicht allzu ausdauernden Schaumschicht. In die Nase gelangt zurückhaltend der Duft von schwarzem Tee mit Zitrone, aber auch ein guter Schwung Erdbeere und ein bisschen Banane. Dazu süße, teigige Noten von ganz frischem, noch warmem Vollkornbrot.

Der Antrunk ist intensiv und stark, mit einem weichen aber wuchtigen Mundgefühl. Ein nussiges Grundaroma wird von einer passenden, kräuterherben Bitterkeit umspült. Auch die Bananen und Erdbeeren finde ich im Mund wieder. Die 6,4 Prozent Alkohol bemerkt man nicht nur an der Schwere des Bieres, sondern man schmeckt auch tatsächlich eine leicht alkoholische Note heraus.

Die fruchtige Süße wird im Abgang von einer deutlichen Herbe abgelöst. Wacholder, Zitrus, auch ein Hauch von mediterranen Kräutern. Die bleiben auch im Nachgeschmack präsent, wo es immer trockener und Herber wird, bis zu einer richtigen Bittere am Gaumen. Tolles Bockbier!

Und wer mich jetzt prüfen will, kann ja zum Vergleich meine Beschreibung von vor genau 4 Jahren lesen. Ich weiß allerdings nicht, ob das Bier damals nach dem gleichen Rezept gebraut wurde. Meine Einstellung zu Preis und Geschmack hat sich in dieser Zeit wohl doch etwas geändert…

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