Hopfenbänkle Rotbier

20:22 Uhr – Der zweite Vertreter der Hopfenbänkle-Serie aus der Hopfenernte von 2020 ist ein Rotbier. Neben jeder Menge getrocknetem Hopfen und verschiedenen Gerstenmalzen ist auch ein kleines bisschen Rauchmalz in den Brautopf gewandert. Vergoren habe ich das Bier mit norwegischer Kveik-Hefe.

Farblich pendelt sich das Rotbier irgendwo zischen Kupfer und Rost ein, der sich aufhäufende, feine Schaum hat einen leichten Gelbstich. Durch die dezente Trübung scheint ein rötlicher Glanz hindurch, die lebhafte Kohlensäure hält in sichtbaren Fäden den Schaum am Leben.

In die Nase gelangt eine Mischung aus schwereren, erdigen Tönen und einer leichten Fruchtigkeit. Vor allem denke ich an einen knackigen roten Apfel, aber auch etwas Zitrusfrüchte oder dunkle Beeren könnten da mit dabei sein. Das Rauchmalz sorgt für einen fast nicht wahrnehmbare Räuchernote – wahrscheinlich würde man es kaum bemerken, wenn man die Zutat nicht kennen würde.

Im Antrunk ist das 6,8 Prozent starke Bier etwas hölzern bis erdig, die dunkleren und rötlichen Malze setzten hier ihre geschmacklichen Akzente. Zu dem hölzernen Geschmack könnte auch das Rauchmalz beitrage, ein Hauch von Feuerholz. Der Adrazhofener Doldenhopfen sorgt für eine angenehme, aber durchaus spürbare Herbe. Das allzeit vorhandene Apfelaroma dürfte dagegen durch die Hefe ins Bier gekommen sein.

Mit steigender Trinktemperatur wird das Rauchmalz in Form von Trockenheit und Holzigkeit immer auffälliger. Mit ebenfalls aufkommenden Kräuternoten und dem Apfelgeschmack ist das eine interessante, markante Kombination. Im Finale kommt kurz die leicht bittere Apfelschale zur Geltung, bevor ein sehr trockener, wiederum hölzener und leicht fruchtiger Geschmack zurück bleibt.

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