Placebo

17:35 Uhr – In meinem scheinbar unendlichen Vorrat von verschiedenen Bieren von Dr. Gab’s, die mir mein lieber Sommelier-Kollege Samuel überlassen hat, finden sich auch ein paar Dosen alkoholfreies IPA namens Placebo. Auf dem violetten Etikett ist ein hölzernes Bierfass zu sehen, aus dem ein Arm herausragt. Die dazugehörige Hand hält ein Bierglas mit Heiligenschein.

Strohgelb getrübt mit einer sehr feinen, luftigen Schaumschicht ist das Bier aus der Schweiz. Der Duft, der aus dem Glas strömt, ist intensiv sommerlich-fruchtig: Extrem reifer, süßer Pfirsich, Aprikose, etwas Mandarine, weicher Apfel. Das soll jetzt gar nicht negativ klingen, im Gegenteil: Mich erinnert der Geruch an eine Dose Dosenobst. Verführerisch. Man mag gar nicht aufhören, daran zu riechen.

Dem Antrunk mangelt es dann etwas an Körper, was für ein alkoholfreies Bier völlig in Ordnung ist, die erwartete Süße der erschnupperten Früchte erfüllt sich dadurch aber nicht. Geschmacklich geht es aber weiterhin in Richtung Dosenobst, jetzt ist eben nur noch die Flüssigkeit übrig – und die wurde auch noch ordentlich verdünnt. Saftschorle.

Es sind aber nicht nur Früchte, die den tollen Geschmack des Placebo ausmachen. Dazu gesellen sich eine schwache Brotnote und eine leichter Hefeton. In Sachen Bitterkeit ist das Bier natürlich Lichtjahre von einem richtigen IPA entfernt. Man muss schon ganz bewusst trinken, um überhaupt eine kleine Herbe ausfindig zu machen. Die geht am ehesten in Richtung Apfel.

Im Abgang schlägt der Pfirsich wieder voll durch, begleitet von einer schönen, erfrischenden Fruchtsäure, sie man so vielleicht aus naturtrübem Apfelsaftschorle kennt. Auch der Nachgeschmack ist fruchtig mit einer finalen, kurzen Säure. Absolute Empfehlung!

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