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Trockenzeit

17:51 Uhr – Ihr kennt das ja schon, das Packpapier der The Kernel Brewery aus London. Auch wenn man sich an den Anblick gewöhnt, finde ich es immer noch ein cooles Design. Vor allem für ein doch eher hochpreisiges Bier. Wie das vor mir stehende Grisette Hallertau Blanc mit 4,6 Prozent Alkohol. Eins Saison-Bier nach belgischem Vorbild, gebraut mit der Hopfensorte Hallertau Blanc.

Das englische Bier ist hell Strohgelb und matt getrübt. Die üppige, ganz weiße, feinporige und doch luftige Schaumschicht hält sich lange – und hat hörbares Leben in sich. Die feine Kohlensäure ist deutlich sichtbar.

Aus dem Glas gelingt ein leicht säuerlicher bis blumiger Geruch. Mir kommt auch etwas Schweiß in die Nase, was jetzt nicht besonders viel Lust auf den ersten Schluck macht. Bei genauerem Hineinriechen mag dies aber auch der Geruch von Stachelbeeren und schwarzen Johannisbeeren sein, sodass man sich vielleicht doch ran wagen kann.

Der Antrunk ist recht leicht und überraschend trocken. Dadurch wird die Herbe, die eigentlich gar nicht so ausgeprägt ist, sehr spürbar. Im Vergleich zum Geruch hat das Bier scheinbar geschmacklich eher wenig zu bieten. Weil es recht dünn daher kommt, mag man fast von mineralischem Wassergeschmack schreiben. Die leichte Säure mag mit viel gutem Willen an eine sehr unreife Ananas – oder eben die Stachelbeeren – erinnern.

Der Abgang ist weiterhin trocken, beinahe würde er an saures Weißweinschorle erinnern, käme da nicht sofort die klare Hopfenherbe. Die erinnert dann doch eindeutig an Zitronenschalen, ohne jedoch großartig fruchtiges Zitrusaroma zu servieren.

Ein erfrischendes, leichtes Bier, das mit seiner angenehmen Herbe und ohne jedwede Süße sehr interessant ist.

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