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Mehr Schale als Kern

16:48 Uhr – Sommerzeit ist Berliner Weisse-Zeit. An diesem herrlichen Julitag ist zwar mein Balkon schon schattig, aber genau deswegen angenehm und genau der richtige Ort für die Berliner Weisse mit verschiedenen Beeren von BRLO. Mit drin sind Brombeeren, Blaubeeren, Holunderbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren sowie die zitrusfruchtige Hopfensorte Cascade. Das liest sich schon mal sehr erfrischend.

Auf der Dose sind in Schwarz und Rot typische Berliner Gebäude zu sehen, die vielleicht sogar alle in Kreuzberg stehen. Da wäre neben der Brauerei selbst, der Oberbaumbrücke, noch ein Späti zu nennen, auch der breite Plattenbau, unter dem eine Straße durchführt, steht in diesem Stadtteil. Der Kenner erkennt auch das Berghain sowie die amerikanischen Abhörtürme, die auf dem Teufelsberg stehen. Ganz hübsches Design auf jeden Fall und eine schöne Hommage an die Heimatstadt von Brauerei und Bierstil.

Das trübe, matte Dunkelrot erinnert natürlich an Beerensaft, die hellrosa Schaumkrone verrät das Vorhandensein von Kohlensäure – auch wenn der Schaum doch recht schnell zusammenfällt.

Der Geruch ist nicht so intensiv, wie die rote Farbe es erwarten ließe, und ich rieche Früchte, die gar nicht drin sind: Kirsche und Pflaume. Beim zweiten und dritten Hineinriechen lasse ich mich aber von mir selbst überzeugen, dass es doch auch die Holunderbeere sein könnte. Lange her, dass es Omas Holundersaft in rauen Mengen gab.

Auch im Antrunk ist dieser Geschmack dominant. Für eine Berliner Weisse fehlt es etwas an Spritzigkeit. Auch die ureigene Säure der Berliner Weisse ist nicht auszumachen – oder vielleicht auch einfach von den eher schweren Beerenaromen überlagert. Im Nachtrunk zeigt sich dann sehr trocken die Säure, gefolgt von einer leichten Bitternote.

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