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Pürierter T-Rex

20:23 Uhr – Zum Wochenabschluss noch was schönes wuchtiges, saures: Das Jurassic Pulp Triple Fruited Imperial Sour, eine Kooperation von Schwarze Rose aus Mainz und dem Atelier der Braukünste aus Romrod. Auf der matten schwarzen Dose ist ein rot-gelb-weißes Logo zu sehen, bei dem ich zunächst an das Logo von Jurassic Park gedacht habe. Tatsächlich ist aber über der Schrift kein T-Rex zu sehen, sondern zwei Anzugträger mit Pistolen – und Dinosaurierköpfen. Es ist also wohl eine Mischung der beiden 90er-Jahre Filme Pulp Fiction und Jurassic Park. Beide habe ich übrigens nie gesehen. Die Dose sieht aber auf jeden Fall trotzdem cool aus.

Gebraut ist das Bier neben Gersten- und Weizenmalz auch mit Haferflocken, Maracuja-, Mango- und Aprikosenpüree, Laktose und natürlich Wasser, Hopfen und Hefe. Es hat 8 Prozent Alkohol.

Das Bier fließt recht flüssig ins Glas, von der Konsistenz erinnert es also zumindest nicht an Fruchtpüree. Farblich sind wir bei dem dunklen Gelb dann aber schon sehr nahe bei Mango- oder Maracujasaft. Dass der Schaum sich nur wenige Sekunden hält und dann komplett verschwindet, trägt auch zum Saft-Look bei.

In der Nase ist das Jurassic Pulp längst nicht so fruchtintensiv, wie ich gedacht hätte. Ich erkenne lediglich ein bisschen die Aprikosen, dazu eine frische, fruchtige Hopfennote, die von den verwendeten Hopfensorten Amarillo und Mandarina kommen dürfte. Auch etwas grüne Rohkost schwingt im Geruch mit. Bisher ist das alles kein Spektakel.

Der Antrunk ist sehr weich, fast schon ein bisschen cremig. Die säuerlichen Fruchtaromen sind sehr schön in den an sich süßlich-cremigen Körper eingebunden. Am ehesten schmecke ich wieder die Aprikosen, die schon sehr reif scheinen. Mango und Maracuja kommen eher aus der zurückhaltenden, unreifen und säuerlichen Richtung, sie steuern nur am Rande ihr Aroma bei.

Mit steigender Temperatur geht die Säure etwas zurück und bleibt in Form von geschmacksintensiven, aber eher süßlichen Zitursfrüchten. Dadurch gewinnen Mango und Maracuja etwas mehr Raum, um ihre tropischen Noten einzubringen. Ohne alkoholisch zu sein hat dieses Bier eine etwas miefige Schwere. Dem Sour hätte auch auf jeden Fall ein bisschen mehr Spitzigkeit gut zu Gesicht gestanden.

Beim Schlucken wird die harte Mango hinten am Gaumen prägnant, im Abgang wird es deutlich saurer und plötzlich auch etwas bitter. Die hölzerne Herbe, die entsteht, wenn man aus Versehen einen Aprikosenstein beißt, ist auf einmal da. Umrahmt von der allgegenwärtigen sauren Fruchtigkeit, die lange nachhallt – vor allem die schwere Säure.

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