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Überdeutsch

17:04 Uhr – Ja, vielleicht habe ich diese Dose schon in erster Linie wegen der Optik gekauft: Hochgezogene weiße Tennissocken in Ledersandalen, am anderen Ende der behaarten Beine eine (zu) kurze (Leder?-)Hose. More German Goes Not als Name des Bieres bringt mich auch zum schmunzeln. Aber hey – in der Dose steckt ein kaltgehopfter Weizenbock. Und da hab ich meistens Lust drauf. Die Brauerei ist Sudden Death Brewing aus Timmerdorfer Strand, gebraut wurde das Bier bei Frau Gruber in Gundelfingen.

In sattem und gleichmäßig getrübtem Dunkelgelb ergießt sich das Bockbier ins Verkostungsglas. Der Schaum ist dunkelweiß und sehr fluffig, für ein Weizenbier fehlt es ihm leider etwas an Standhaftigkeit. Vereinzelte Kohlensäurebläschen sind im blickdichten Getränk auszumachen.

In die Nase kommt eine herbe Hopfennote, die an noch recht feste gelbe und rote Steinfrüchte erinnert, an einen harten Pfirsich zum Beispiel. Auch ein paar Zitrusnoten mischen mit, während die typischen Weizen-Aromen sich zurückhalten.

Der Antrunk ist vollmundig und weich. Eine aufkommende, breite Süße wird sofort von knackiger Herbe eingefangen. Eine leicht säuerliche Fruchtnote führt wieder zu Steinobst und Zitrusfrüchten. Nachdem sich Zunge und Gaumen an die Herbe gewöhnt haben, rückt die dicke, fruchtige Süße immer mehr in den Vordergrund: Jetzt ist es ganz klar eine saftige Orange.

Ein sehr cremiges, äußerst leckeres Bier mit dann doch 7,8 Prozent Alkohol. Auch wenn mir die Weizen-Komponente fehlt, schmeckt es mir außerordentlich gut. Auch der Abgang ist sehr cremig und weich, saure und leicht bittere Ecken und Kanten begleiten das More German Goes Not. Schwache Alkoholnoten im trockenen Nachgeschmack mindern nicht den Genuss dieses Bierchens!

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