Süßes Holzofenbrot

21:05 Uhr – Nach den Ausflügen in die sommerliche Bierwelt in den letzten Tagen gibt es heute wieder ein echtes Winterbier: Den Doppel-Hirsch von der Hirschbräu in Sonthofen – ein dunkler Doppelbock mit 7,2 Prozent Alkohol. Auf dem gelben Etikett duellieren sich bei tiefstehender Sonne zwei Hirsche am Waldesrand über einem Baumstumpf. Ihre großen Geweihe sind ineinander verkeilt.

Optisch ist der Doppel-Hirsch ein Traum: Magahonifarben mit deutlichem Rotstich bettet sich das Starkbier lebhaft unter eine cappuccinofarbene Schaumschicht, die erst üppig ist, zwar schnell zusammenfällt, aber insgesamt betrachtet durch eine brauchbare Standfestigkeit hat. Der zurückgehende Schaum gibt einen schweren Malzgeruch mit auffälligen Röstaromen von dunkler Brotkruste frei. Auch eine Spur von getrockneten Feigen und Datteln ist wahrzunehmen.

Der Antrunk ist sehr weich, mit einer süßlichen Schwere. Eher ein Bier zum schön langsam trinken. Die Malzigkeit ist intensiv, dank der Süße verlieren sich die Röstaromen aber sehr. Es ist immer noch ein dunkles Brot, jetzt aber ein frisch gebackenes, das nicht zu lange im Steinofen war. Die getrockneten Feigen sind auch wieder dabei, die, die schon so richtig klebrig-zäh sind.

Auch im Abgang bleibt das Allgäuer Bier extrem weich. Eine ganz leichte, holzige Herbe blitzt auf, dazu ein Hauch von Alkohol Hand in Hand mit einer Spur Lakritze. Getrocknete Früchte und Holzofenbrot sind weiter mit von der Partie.

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