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Buntes Hopfenmonster

20:51 Uhr – Das erste, was mir zum Lupuloid IPA der Beavertown Brewery aus Londons Stadtteil Tottenham einfällt: Bunt. Die Dose hat eine leuchtend violette Grundfarbe, bemerkenswerterweise auch oben. Sogar dieses Metallteil, mit dem man die Dose öffnet, ist in einem auffallenden Grün lackiert. Grün passt auch zu dem Monster in Hopfenoptik, das den Großteil der Fläche einnimmt. Es hat riesige Krallen an den Händen und scheint nicht gerade friedlich gestimmt zu sein. Am Himmel sind zahlreiche Raketen zu sehen, die aber alle auf der Flucht sind. Am Boden tummeln sich kleine bewaffnete Männchen in gelben Raumanzügen um das große, grüne Geschöpf, ohne etwas ausrichten zu können. Auch der Totenkopf, das Brauereilogo, hat es ins Design geschafft. Hier gibt es richtig was zu entdecken – schön!

Das Hopfenmonster läuft gleichmäßig getrübt und in einem vollen Strohgelb ins Verkostungsglas. Die fingerbreite, dunkelweiße Schaumschicht ist von großen Einschlüssen durchsetzt, sie hält sich wacker. Ein intensiver, fruchtiger Duft nach herrlich saftiger und süßer Ananas springt einem sofort entgegen.

Im Antrunk ist das 6,7 Prozent starke IPA erstaunlich brav und mild. Ein schöner Mix aus leichter, zitrusfruchtiger Süße und ersten Anklängen waldiger Bittertöne sorgen für ein unbeschwertes Trinkvergnügen. Die Ananas ist weiterhin vorhanden, aber nicht mehr so alleingestellt wie in der Nase. Etwas weniger süße Früchte wie Orangen, Mandarinen und Esszitronen gesellen sich dazu. Außerdem bringt der Hopfen zusätzlich eine harzige Herbe ins Spiel.

Dank eines vermutlich recht hohen Vergärungsgrades ist das Bier erstaunlich schlank und recht trocken. Im Abgang werden die Zitrusnoten immer herber, gehen nun stark in Richtung Orangenschale und Grapefruit. Im Nachgang trocknet der Mund regelrecht aus, ganz hinten am Gaumen setzt sich die deutliche Bittere einer trockenen Grapefruit fest.

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