Hibernator

18:10 Uhr – Auch wenn es heute morgen noch geschneit hat, ändert das nichts daran, dass heute Frühlingsanfang ist! Ein sehr guter Tag, um euch mein neues Bier zu präsentieren: Den Hibernator Weizendoppelbock.

Inspiriert von vielen leckeren Weizenböcken und Weizendoppelböcken, die ich im letzten Herbst getrunken habe, habe ich mich selbst an einem versucht. Das Besondere am Brauvorgang war, dass erst die Hälfe des Malzes mit relativ wenig Wasser eingemaischt wird und erst zur dritten Rast (=die Dritte Temperaturstufe beim Maischen) das restliche Malz und zusätzliches Wasser dazukommen. Neben ein klein wenig Hopfen zur Bitterung und Haltbarmachung habe ich nach dem Würzekochen noch etwas Simcoe-Hopfen für ein fruchtiges Aroma dazugegeben. Vergoren habe ich den Weizendoppelbock mit einer Hefe aus Weihenstephan, die für ihre starken Bananenaromen bekannt ist. Genau das wollte ich haben.

Da Doppelbockbiere, also Biere mit einer Stammwürze von über 18° Plato, sich mit der Endung -ator im Namen ausweisen dürfen, habe ich mich für den Namen Hibernator, der Winterschläfer, entschieden. Gebraut im ersten Dezemberschnee durfte das Bier über den Winter reifen und wird pünktlich zum Frühlingsanfang angezapft. Auf dem Etikett wird der Winterschläfer von einer eingegrabenen Schildkröte verkörpert.

Der Weizen Doppelbock ist sehr klar, nur ein minimaler Hefeschleier durchzieht das Glas. Bernsteinfarben bis Kupferrot glänzt das Bier sehr schön, die leicht gelbliche Schaumschicht ist nur dünn und verflüchtigt sich schnell. In die Nase gelangt der Duft von sehr reifer Banane, zusammen mit Biskuitteig, Nelke, etwas Hefe und auch roten und schwarzen Waldbeeren.

Der Antrunk ist weich und liefert einen kurzen Eindruck von in Alkohol eingelegten Beeren. Nach kürzester Zeit schlägt aber die Banane durch und liefert dem 8% starken Bier das ganz typische Aroma von Hefeweizen. Das Mundgefühl ist sehr sanft und zart, Kohlensäure ist eher wenig vorhanden. Die angenehme Malzigkeit erinnert an süßen Kuchenteig. Der verwendete Simcoe-Hopfen bringt nach und nach die Aromen von Grapefruit und Maracuja, zusätzlich zu den schon erwähnten Waldbeeren. Zur Banane gesellt sich auch noch süßer Apfel.

Im Abgang erinnern eine leichte Zitrusherbe und ein Hauch von fruchtiger Säure daran, dass es dieses Bier in Sachen Alkohol in sich hat. Mit einem Mix aus Apfelschalen und milden Haselnüssen fließt der Hibernator in die Kehle. Zurück bleibt der Geschmack von Bananen, ein bisschen Pfeffer – und Speichel, der im Munde zusammenläuft.

Von den knapp 40 Flaschen habe ich ungefähr die Hälfte für den Genuss jetzt im Frühjahr eingeplant, die andere Hälfte soll nochmal zurück in die Lagerung, damit der Hibernator noch mehr ausschlafen und reifen kann.

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