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Schwarze Banane

20:52 Uhr – Der aufmerksame Leser weiß bereits, dass die Flaschengestaltung von Markus Klier aus Ettensberg recht schnell besprochen ist: Der saisonale dunkle Weizendoppelbock aus seiner Braumanufaktur hat ein dunkellilanes Halsetikett – und das wars. Hier kommt es wieder mal auf die inneren Werte an.

Das Starkbier aus der kleinen Allgäuer Brauerei fließt mahagonifarben ins Verkostungsglas. Gegen das Licht ist ein deutlicher dunkelroter Glanz zu erkennen. Zwei optische Aspekte überraschen mich, vor allem, weil es sich ja um einen Weizenbock handelt: Trotz der dunklen Farbe erscheint das laut Etikett naturtrübe Bier recht klar, außerdem ist der dunkelweiße Schaum für ein Weizen doch etwas dürftig und von schwacher Standhaftigkeit.

Der schwere, süßliche Geruch erinnert an dunkles Karamell, Pumpernickel, überreife Bananen und Pflaumen, süße Rosinen, Vollmilchschokolade und etwas Vanille. Unglaublich ist aber die überreife, total dunkelbraune Banane. Wenn man die Mal in der Nase hat, bringt man sie nicht mehr raus. Aber das stört mich überhaupt nicht.

Der erste Schluck des genau 8 Prozent starken Bieres fließt weich über die Lippen und kitzelt dann sofort ein bisschen am Gaumen. Der Malzkörper ist für die Stärke des Bieres noch recht spritzig, eine angenehme Süße legt sich über alles. Sie erinnert mich sofort wieder an die sehr reife Banane, aber auch etwas an Traubenzucker.

Die leichte Röstaromatik bringt mich wieder zu feuchtem Pumpernickel mit einem Hauch von Schokolade. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen all der Süße und Schwere eine leichte Würzigkeit, die zum einen eine frische Note von Bergwiese oder gar Minze ins Bier bringt, zum anderen auch ein bisschen Pfeffer.

Im Finale und mit steigender Trinktemperatur entwickelt das Klier-Bier eine sanfte Nussnote und der Alkohol ist ganz leicht zu schmecken. Das führt in Kombination zu einem feinen Eindruck von Marzipan. Der Abgang ist weich und recht frisch, die dunklen Früchte wie Pflaumen und Rosinen haben hier nochmal einen letzten Auftritt. Im Nachgang bleiben süße Röstaromen und ein trockenes Hefearoma. Tolles Bier!

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